Notizzettel - © Erik-Jan Ouwerkerk
„Komponieren heißt reisen. Ich reise allein. Auf der Fahrkarte steht der Zielbahnhof. Aber wenn ich dort ankomme, habe ich schon die nächste Fahrkarte in der Hand, zu einem neuen, anderen Ziel. Ich denke immer nur daran, aufzubrechen. Was nicht mit Unzufriedenheit zu verwechseln ist. Die innere Neugier treibt mich dazu an, die Reise fortzusetzen. Auf die Gefahr hin, dass sie mich in ein Labyrinth führen könnte.”

M.K.
 

Izanagi tanzt in Prag
Foto: Gisela Weimann

Izanagi ist mein Lebenswerk. Alte japanische Mythologie verbunden mit aktuellen Themen wie Gender, Machtverteilung, oder Klima ist für mich unendlich faszinierend. Eine tschechische Harfenistin und ich als Steinspielerin werden unsere tschechische Tänzerin begleiten. Gisela Weimann konstruiert eine imposante Bühne dafür

27. Nov. 2018, 20 Uhr
Izanagi oder Orpheus für Tanz, Harfe und Steine

in Prag, Villa P651, Pevnostni 651/8, Prag,
Gisela Weimann: Bühne


Mazel Tov International
Design: Carola Ludwig

Es gibt ein paar Zahlen, bei denen wir sofort eine Gänsehaut bekommen: 1918, 1938, 1989, 2018. Was für Zahlen!! In unseren Konzerten beim „Mazel Tov International“ zeigen wir nicht nur die musikalische Entwicklung in Europa und ihre Einflüsse im Osten, sondern stellen auch politisch und gesellschaftlich relevante Kompositionen vor. Im Konzert sind zwei in Berlin lebende zeitgenössische Komponisten und vier jüdische Komponisten mit ganz unterschiedlichen Lebensgrundlagen vertreten.

23. November 2018, 19.30 Uhr
Schwartzsche Villa Berlin Steglitz,

Grunewaldstraße 55, 12165 Berlin
The Gutmann-Maile Ensemble Berlin, Hans Maile, Violine / Yossi Gutmann, Bratsche / Benjamin Walbrodt, Violoncello / Yuko Tomeda, Klavier
Werke: Menachem Wiesenberg / Jeffrey Ching / Dinu Lipatti / Charlotte Seither / Ernst Toch / Alfred Schnittke


 


Endlich kommt „Susanne“
Foto: Mayako Kubu

Die Uraufführung des Stückes „Susanne“ für drei Bratschen, das ich einer verstobene Freundin gewidmet habe, kommt nun endlich heraus. Die junge Bratschestinnen an der HfM Hanns Eisler werden mit den Techniken der Neuen Musik konfrontiert.

15. 11. 2018, 19:00 Uhr
Susanne“ Hochschule für Musik "Hanns Eisler"

Berlin, Schlossplatz 7, GKS 1
Simone Jandl und ihre Studierenden spielen Werke für 1-4 Bratschen von Frank Bridge, Jean-Marie Leclair, York Bowen, Max Weinzierl, Garth Knox, Béla Bartók und Mayako Kubo

 

 

 

 


Schiffbruch in St. Petersburg

Das große Gitarrensolo „Schiffbruch“ habe ich im Andenken an den Tsunami in Fukushima geschrieben. Nun führt Gaku Yamada das Stück vor einem russischen Publikum auf.

Hat das Publikum die Wellen des Tsunamis herausgehört?

29. Okt. 2018
St. Petersburg, Schiffbruch, Gaku Yamada: Gitarre

 

 

 

 

 

 


Sapporo Otani Universität

Die Otani Universität ist im Jahr 1665 als ein buddhistisches Seminar von Higashi Honganji gegründet worden. Und 1901 wurde sie in eine moderne Universität mit dem Schwerpunkt Japanische Philosophie reorganisiert.

Die Sapporo Otani Universität ist eigentlich eine Kunstuniversität. Sie hat Musik- und bildende Kunst-Abteilungen. Was für eine Ehre, dass ich einen Vortrag dort halten darf. Ich werde über die Aufgabe einer Komponistin in der Gesellschaft und über die schulischen Musikprojekte in Berlin berichten.

26. Okt. 2018 18.30 Uhr
Sapporo Otani Universität, Abteilung Musik


„verfinstert“ in St. Matthäus Kirche
Foto: Andreas Schild

Die St. Matthäus-Kirche steht inmitten des Kulturforums und ist umgeben von bedeutenden Bauten: Neue Nationalgalerie, Philharmonie und Neue Staatsbibliothek, Gemäldegalerie. Diese Kirche ist bekannt durch ihre Vorliebe zu Zeigenössische Kunst und Musik. Irene Kurka begleitet den Gottesdienst.

21.10.2018, 18:00 Uhr
Gottesdienst
Predigt: Pfarrer Christhard-Georg Neubert, Kunstbeauftragter der EKBO
Liturgie: Pfarrerin Katrin Rebiger, Heilige-Geist-Gemeinde Berlin.
Neue Musik für Stimme solo; Werke von Mayako Kubo, Wistinghausen, Cage und Corbett; Irene Kurka, Sopran


Reise nach Hokkaido

Es wird mir nicht passieren, muss man sich einreden, wenn man in Japan lebt. Aber es passiert einem immer wieder. Und dann sagen die Leute – und vor allem die Behörden – es war etwas Unvorhergesehenes. Die Tsunamis sind immer höher und die Erdbeben immer stärker als man denkt. In Sapporo werde ich vor den Wissenschaftlern und Kulturschaffenden über meine kompositorische Arbeit und über das Leben in Berlin sprechen. Ich werde sie aber auch fragen, wie der Alltag und das Kulturleben sich nach dem Erdbeben verändert haben.

28. Okt. 16 Uhr Vortrag im Sapporo Art Center „hue pocket“
im Rahmen der Herbsttagung der Kunstwissenschaft in Hokkaido


Herbst in Japan

Der Begriff Heimat ist sehr wage und emotional. Japan ist mein Heimatland, aber Neukölln in Berlin ist mein Zuhause. An der Waseda Universität in Tokio werde ich über die Aufgabe eines Komponisten sprechen. Ist es genug, nur eigene Musik zu komponieren? Ist es genug, um seine ästhetischen Welt zu kämpfen?

24. Okt. 16. 30 Uhr Vortrag an der Waseda Universität
Vortrag an der Waseda Universität

Abteilung: School of International Liberal Studies
Hauptgebäude Nr. 11
Zimmer: 501,
Shinjuku-ku,
Tokyo 169-8050, Japan


Cologne Guitar Quartet rast mit "Atem Pause"
durch China
Cologne Guitar Quartet

Das fleißige chinesische Volk wird wahrscheinlich keine Zeit haben, um die erste China-Aufführung von "Atem Pause" zu hören. Die Zeit hat sich geändert: Wer hört schon moderne Gitarrenmusik, wo die Gitarre gehauen und gekratzt wird?

Das Cologne Guitar Quartet macht mutig eine Tour mit spektrumreichen Programm durch China.

18. Okt. 2018 19 Uhr Mong Man Wai Hall, Tsinghua University, Beijing
19. Okt. 2018 19 Uhr Tianjin Grand Theater-Concert, Tianjin
21. Okt. 2018 19 Uhr Xián Concert Hall, Xian
23. Okt. 2018 19 Uhr Chongqing Guotai Concert Hall, Chongqing

 
  

Klangschale

Die Klangschale ist ein mystisches Instrument. Sie verbindet die Welt von Ost und West, die Zeit von Gestern und Heute. In „verfinstert“ singt Irene Kurka nur mit einer Klangschale, bringt aber viele Zeiten und Orte zusammen.

12. Sept. 2018 19. Uhr
verfinstert“ Irene Kurka
St. Helena in Bonn


 

 
Meine Spuren: Spurensuche einer Komponistin

Es ist eine dokumentarische Zusammenfassung szenischer Musik bis 2007. Inhalt: Ein Porträt von Mayako Kubo. Produktion: 2007 Shio Nagai/Mayako Kubo

Streichtrio „Turning points“ (2007) / Musiktheater „Montaru 3B“ (1989) / Oper „Rashomon“ (Graz)(1996) / Oper „Rashomon“ (Tokio)(2002) / Memoria perpetua Kontrabasssolo (2002) / Musiktheater „Hyperion-Fragmente“ (2002) / Szenische Musik “Margareten weiss in Flaschenbegleitung” (2004) / Oper „Osan“ (Tokio)(2005)

Dauer: 20 Minuten


Narayama Suite I - IV

Die alte japanische Legende „Narayama Bushi Koh“ ist eine wichtige Geschichte zum Thema Altern in der Gesellschaft und hat mich sehr gefesselt. Narayama Suite für Klaviertrio ist mein erster Versuch, den Narayama-Berg zu besteigen.

Hans Maile Violine, Benjamin Walbrodt Violoncello, Yuko Tomeda Klavier


An Diotima

Das Bratschensolo „An Diotima“ ist aus dem Musiktheater „Hyperion Fragmente“. Die Bratsche symbolisiert Diotimas stammhaften Charakter, aber auch ihre außergewöhnlich reine Liebe. Danke Yossi Gutmann! Er hat viele unspielbare Passagen verbessert.


Wann wird die Oper Ovartaci uraufgeführt?
Foto: Christian von Steffelin

Die Berliner Atonale besteht aus 12 Komponisten; jeder übernimmt eine Szene aus der Oper Ovartaci – crazy, queer & lovable. Man komponiert seine Szene ganz für sich, ohne zu wissen, wie die andere Szenen klingen. Das Libretto ist die einzige Orientierung. Es gibt also keine durchgehende motivische Melodie oder Harmonie. Jeder denkt sich selbst aus, wer Ovartaci war. UND ES FUNKTIONIERT! Die Idee der Librettistin Tanja Langer geht auf. Die Oper ist buchstäblich crazy, queer und liebeswürdig geworden und sie wird konzertant uraufgeführt. Die vollständige Aufführung auf der Bühne soll sehr bald folgen!

15. Juni 2018 20 Uhr
Staatsoper unter den Linden Berlin, Neue Werkstatt
Im Rahmen des Konzertes Berliner Atonale.
Aus der Oper Ovartaci: PUMA, BLUME, SCHMETTERLING (2016)
Ramina Abdulla-Zade, Sopran
Claudia Herr, Mezzosopran
Thorbjörn Björnsson, Bariton
Sabrina Ma, Percussion


Heute bin ich rot
Foto: Michael Jungblut

In der Musik werden oft grausamste Geschehen so schön gesungen, das man sich nicht die Ohren zustopfen will. Das Totenlied „Heute bin ich rot“ ist ein Kinderlied aus dem Burgenland. Die Kinder singen: Heute bin ich rot, morgen bin ich tot. Als ich eine Aufnahme davon im Fernsehen sah, in der ein Vater aus Homs das tote Kind in seinen Armen hielt, fragte ich mich, ob das Kind eine richtige Bestattung bekommen wird. Gibt es Särge in dieser Größe? Wird noch am Grab gebetet? Vielleicht singen nur die Vögel.


 Text: Heute bin ich rot und morgen bin ich tot, und heute sind noch meine Wangen rot. Heute lieg ich noch in meines Vaters Bett, und morgen kommen sechs und tragen mich weg Sie tragen mich hinaus und nimmermehr herein, sie tragen mich auf ewig in' Friedhof hinein. Alle meine Herr'n, um was ich euch noch bitt': um einen "Vaterunser, der du bist.....

14. Juni 2018 20 Uhr Staatsoper unter den Linden Berlin, Neue Werkstatt
Im Rahmen des Konzertes Berliner Atonale.
„Heute bin ich rot“ für Saxophon-Quartett und vier Vogelpfeifen UA
sonic.art Saxophon Quartett
https://www.staatsoper-berlin.de/de/veranstaltungen/berliner-atonale-i.192/
https://www.sonicartquartett.com/


5. Mazel Tov International

Die Zusammenarbeit mit dem Bratschisten Yossi Gutmann ist keine leichte, jedoch eine lohnende Arbeit. Unser Motto, grenz- und generationübergreifende Musik, die selten oder noch nicht aufgeführt wird, zu präsentieren, findet erfreulicherweise immer mehr Zuspruch.

Das Gutmann-Maile Ensemble Berlin setzt sich auch dieses Mal mit anspruchsvollen Werken auseinander: von einem Streichtrio von Arnold Schönberg, über Haubenstock-Ramati, bis zur UA von Yehuda Yannay. Haubenstock-Ramati erzählte mir, bei der Premiere der Oper „Amerika“ an der Deutschen Oper 1966 gab es „eine Menge politisch motiviertes Publikum in der Premiere…“ Nicht nur aus diesem Grund wollte er von da ab nie wieder nach Deutschland reisen. In diesem Sinne verstehen wir unser Projekt als historische Recherche der Neuen Musik: Wir wollen die Musik, die aufgrund, trotz, oder wegen außergewöhnlicher Lebensumstände geschrieben wurde zum Hören bringen – quer durch alle Generationen und kulturellen Hintergründe. Wir sind daher sehr dankbar, wenn das Publikum uns auf unbekannte Werke aufmerksam macht.

10. Juni 2018 19.30 Uhr
Schwartzsche Villa Steglitz, Grunewaldstr. 55, 12163 Berlin
The Gutmann-Maile Ensemble Berlin:
Hans Maile, Violine/ Yossi Gutmann, Bratsche/ Benjamin Walbrodt, Violoncello/ Yuko Tomeda, Klavier
Roman Haubenstock-Ramati Streichtrio
Stefan Lienenkämper 5 Studien für Klavier
Arnold Schönberg Streichtrio
Josef Tal Suite für Bratsche
Mayako Kubo Narayama Suite für Klaviertrio
Yahuda Yannay Neues Werk für Streichtrio UA


Nur meine Stimme bleibt in youtube

Tatsächlich blieben am Ende der Aufführung „Nur meine Stimme bleibt“ nur die Stimmen der Musikerinnen, der Koto und der Blockflöte. Es war eine schöne aber auch aufregende Uraufführung. Komponisten haben eine sehr enge, emotionale Beziehung zu ihren Werken, wie Mutter und Kind. Hier ist ein YouTube Video von der Aufführung:


Phasma
Foto: Ezry Keydar

Die neue Einspielung meines Gitarrenquartetts Atempause auf der CD (Label: Jsm Guitar Records ) heißt „Phasma“, was 'Gespenst' oder 'Erscheinung' auf Griechisch bedeutet – und nicht, wie ich sofort vermutete, von Captain Phasma aus Star Wars her kommt. Das innovative und mutige Cologne Guitar Quartet hat meine Komposition unter die Lupe genommen und reanimiert. Ihre Interpretation ist so kristallisiert wie das metallene Kostüm von Michael Kaplan, aber man hört überall die Humoreske. Die CD ist erhältlich bei amazon, die Musik gibt es aber auch auf Spotify Open.
Hier sind die Links.

https://open.spotify.com/artist/6NEgmGlFTaza2GazlhUx4W?si=An5fF4RwSaGVh-tZoTXWTA

https://www.amazon.de/Phasma-Cologne-Guitar-Quartet/dp/B07CJ4Z9HP/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1526224917&sr=8-4&keywords=cologne+guitar+quartet
https://www.cologneguitarquartet.com/phasma 


Stimme und Klangschale
Foto: Hartmut S. Bühler

Nach dem erfolgreichen Konzert in Paris singt die Sopranistin Irene Kurka wieder “verfinstert...”. Die neue Klangschale ist ihre Stimmbegleiterin. Die Klangschale ist ein merkwürdiges Instrument. Erklingt sie in der Sauna, finde ich sie sehr beruhigend. In dem Stück „verfinstert...“ jedoch klingt die Klangschale mal erfrischend, mal bedrohlich.

27. Mai 2018 12 Uhr
Galerie KunstRaum Dorissa Lem in Köln-Ehrenfeld
“verfinstert…”, nach dem Gedicht Exil von Ingeborg Bachmann
Irene Kurka, Sopran

 

 
Originaltöne für Kinder

Meine erste Musik für Kinder war ein Violinkonzert für meinen Sohn als er gerade 8 Jahre alt war. Danach schrieb ich einige wichtige Stücke für Kinder und Jugendliche, darunter auch Oper und Orchesterstücke. Mein langjähriger Kollege Gerhard Scherer-Rügert hat mich immer wieder aufgefordert, für seine Schüler ein originales Stück zu schreiben. So entstanden „Schach“, „5 Japanische Tänze“ und „Mathestunde“.

Im Rahmen der Neuköllner Originaltöne
Genezareth Kirche, Herrfurthplatz 14, Berlin Neukölln

5. Mai 18 Uhr
Mathestunde, Schüler der Klasse: Gerhard Scherer-Rügert
Tableaux, Klara Winter, Klavier

6. Mai 2018 20.15 Uhr
Duo aus Schach für Sopran und Tenorblockflöte
Luca Rummel, Gabriel Vogel

 


Wie viel Saiten hat ein Koto?
Foto: Lixue Lin

Es gibt in Japan noch weit mehr interessante Kunstformen als nur Sushi und Manga. Das Saiteninstrument Koto etwa ist inzwischen schon bekannt im Westen. Auch europäische Komponisten schreiben jetzt für das Koto. Ich habe ein neues Stück für Blockflöte und 13-saitiges Koto komponiert, während ich in Paris war – wo es nicht 13 sondern ganze 31 Tage lang regnete. Für meine Arbeit war das ausgezeichnet. Nun wird mein Stück von zwei Virtuosen der Neuen Musik uraufgeführt.

Im Rahmen der Neuköllner Originaltöne
Genezareth Kirche, Herrfurthplatz 14, Berlin Neukölln
6. Mai 20.30 Uhr
„Nur meine Stimme bleibt...“ UA

Gaby Bultmann, Blockflöte
Makiko Goto, Koto


verfinstert...

Optische Ausdrücke wie hell, dunkel, grün, farblos können auch für die Musik gelten. Ist das Schweigen schwarz? Ist die tiefe Stimme dunkel? Was sind helle Töne? Ist die Stille eine Finsternis? Wo die Sprache und die Farbe nicht ankommen, kann Musik es erreichen, wie eine Wasserader unter der Erde. Das Gedicht „Exil“ von Ingeborg Bachmann ist nicht nur farbig, sondern auch sehr aktuell.

Dichterinnen haben Buchstaben, Komponistinnen Noten und Sängerinnen haben ihre Stimme um sich darüber auszudrücken. So habe ich mich entschlossen, „Exil“ in hellen und auch in finsteren Tonlagen zu komponieren.

18. März 2018 Open Studio 19 Uhr
1501 mit Maler Andrey Chukin
17. Rue Geoffry l´Asnier 75004 Paris
Nach dem Gedicht „Exil“ von Ingeborg Bachmann für Sopran Irene Kurka, Sopran

 


Encore! PianoDuo
Foto: Uwe Arens

Das japanisch-deutsche Klavierduo Takahashi/Lehmann führt mein Klavierstück „Omoigakezu – O du Plötzlicher!“ wieder auf. Es ist eine Zugabe.

13. März. 2018 20.30Uhr
Unerhörte Musik Mehringdamm 34 , 10961 Berlin
Klavierduo: Norie Takahashi und Björn Lehmann

 

 


 

 


Pariser Leben im Regen

Wenn es in Berlin regnet, weiß ich, wo ich spazieren gehe und wo die Bäume ihr schönstes Grün zeigen. Aber in Paris regnet es jetzt seit dem 1. Januar 2018 pausenlos. Die Uferpromenaden sind überflutet. Man kann nur in der Wohnung bleiben und komponieren. Zum Glück habe ich in der „Cité Internationale des Arts“ ein paar interessante Komponisten kennengelernt. Unter dem Titel „4 composers“ versuchen wir, das Innere unserer Komposition und ihre Prozesse zu erläutern. Joachim Schneider komponiert überwiegend Mikrointervalmusik, Antonio Covello komponiert auf dem Computer, Marina Schlagintweit ist eine gute Improvisatorin mit Stimme. Ich hingegen komponiere auf dem Klavier.

31. Januar 2018, 19 Uhr
Open-Studio 8120 Cité Internationale des Arts,
18. rue de l´hotel de Ville
75004 Paris


PianoDuo

Das japanisch-deutsche Klavierduo Takahashi/Lehmann führt mein Klavierstück „Omoigakezu – O du Plötzlicher!“ auf. Im dem Stück erscheint wieder mein Lieblingsthema, „Tanz aus Awa“. Das Thema besteht aus drei Tönen. Während ich mich mit dem Klavierduo beschäftigt war, kam mir das Thema urplötzlich in den Kopf. Ich summte wochenlang die drei Töne im Awa-Rhythmus und komponierte danach ein ganz anderes Stück als ich eigentlich geplant hatte. Das Takahashi/Lehmann PianoDuo hat übrigens tatsächlich die Gegend Awa in Japan besucht und dort den besagten Tanz selbst erlebt. Das Duo spielt wirklich mit tanzender Leidenschaft.

28. Jan. 2018, 16 Uhr
Konzertsaal, Zellestr. 12, 10243 Berlin
Klavierduo: Norie Takahashi und Björn Lehmann


Mazel Tov International

Die Kammermusikreihe Mazel Tov International wächst und findet immer mehr Zustimmung beim Publikums. Die europäische Musikgeschichte im 20. und 21. Jahrhundert reflektiert stark das Geschehen der Politik und der Gesellschaft. In diesem 4. Konzert werden Werke, die direkt oder indirekt die Ereignisse auf der Welt ausdrücken, aufgeführt. In meinem Werk „Exil“ habe ich ein japanisches und ein jüdisches Volkslied gegenüber gestellt sowie auch parallel verwendet. Es ist aber kein Zeichen der Globalisierung. In „Madam Butterfly“ von Pucchini etwa kommen sowohl einige japanische Volkslieder als auch die amerikanische Nationalhymne vor. Musik ist überall gültig! Mazel Tov!

Duoabend 10. Dezember 2017 19 Uhr
Schwarztsche Villa Berlin Steglitz,
Grunewaldst. 55, 12165 Berlin
Yossi Gutmann, Viola, Yuko Tomeda, Klavier
Musik für Viola und Klavier von Tzvi Avni, Luca Lombardi, Ödön Partos, Mordecai Seter, Alexadre Tansman und „Exil“ UA von mir


 


Turning Points in My Life
Foto: Erik Ouwerkerk

Mein Weg war sowohl in Japan als auch in Europa nicht wirklich ein gerader. Es gab und gibt unerwartete Labyrinthe. Doch viele Freunde haben mir auf meinen Irrwegen geholfen. Sie gaben mir Rat, den ich nicht beachtete. Sie gaben mir Obdach, wofür ich mich nicht bedankt habe. Sie gaben mir Nahrung und Wärme, die ich aus Trotz verweigert habe anzunehmen. Für Musik aber bin ich voller Dank und Ehrfurcht. Gleichzeitig frage ich mich immer noch: was wird aus mir werden?

Für das Programm habe ich Werke ausgewählt, die mich musikalisch beeinflusst haben, sowie außerdem auch eigene Stücke, die an Wendepunkten meines Lebens entstanden sind.

Porträtkonzert, 
Unerhörte Musik, Mehringdamm 34, Berlin 10961
5. Dez. 2017 20.30Uhr

The Gutmann-Maile Ensemble Berlin
Hans Maile, Violine / Yossi Gutmann, Bratsche / Benjamin Walbrodt, Violoncello / Yuko Tomeda, Klavier

Mayako Kubo, Turning points (2007) Streichtrio
Luca Lombardi, Drei Stücke aus Addii (1995/1996) Klaviertrio
Roman Haubenstock-Ramati, Streichtrio (1948/ Fassung 1978),
Mayako Kubo, An Diotima (2005) Viola solo
Isang Yun, Duo für Viola und Klavier (1974)
Mayako Kubo, Narayama Suite (2017) Klaviertrio UA


Es gibt kein „Leichtes Gesetz“

Für Marina Zwetajewa gibt es kein leichtes Gesetz in ihrer Liebe. Ja oder Nein, Liebe oder Tod. Ihre Lebenseinstellung gefällt mir. Wie schwer ist es, konsequent nach eigener Vorstellung zu leben! Sie musste dafür ihr Leben und das Leben ihres Sohnes opfern. Was für ein Leben! Beim Komponieren mit ihrem Gedicht wurde mir ganz heiß.

„Das Leichte Gesetz“ ist ein Lied für Klavier und Stimme. Die anspruchsvolle Klavier-Partie wird von dem erfahrenen Pianisten Martin Schneuing gespielt und von einer jungen Dame, wie Marina Zwetajewa, gesungen.

24. Nov. 2017 15 Uhr im Rahmen des „Voice Day“
Studio Saal der Hanns Eisler Musikhochschule Berlin,
Charlottenstr. 55
Lia Naviliat Cuncic, Sopran
Martin Schneuing, Klavier


Sagawa Musikpreis

Für „Sanriku Lieder“, für Streichorchester und Sopran, gewann das Kyoto Philharmonic-Chamber Orchestra den Sagawa Musikpreis 2017. Es ist eine große Ehre für mich und gleichzeitig ein großer Lob für das Orchester.

Aufführungen Zeitgenössischer Musik in Japan werden von Kritikern in der Regel eher ignoriert. Die Jury lobte: Der Inhalt des Konzertes richtete sich nicht nur an Zuhörer Zeitgenössischer Musik, sondern an ein breites Publikum. Der Dirigent, Ichiro Saito, forderte von jedem Spieler des Orchesters Autonomie und gleichzeitig das Zusammenspielen, um eine lebendige Aufführung zu ermöglichen. „Sanriku Lieder“ von Mayako Kubo, für die Opfer des Tsunamis, wurde durch Eiko Morikawa mit klarem und angemessenen Gesang vorgetragen.


Überall Stolpersteine
© John-Noel Attard

In deutschen Städten begegnet man überall Stolpersteinen. Insgesamt sind es fast 50.000, doch keiner davon in München. Die israelischen Kultusgemeinde von München und Oberbayern lehnen Stolpersteine ab. Der Grund: „Menschen treten auf die Stolpersteine oder gehen achtlos über sie hinweg.“

Ich hoffe, dass die Leute meine klingende Stolpersteine nicht ablehnen. Das Stück besteht aus 12 kleinen Walzern, doch wenn der Walzer beginnt fortzulaufen, wird er durch fremde Elemente gestört. Man schaut zweimal hin und der Pianist muss noch einmal genau auf seine Noten blicken – genau als ob er auf der Straße einen Stolperstein gefunden hätte.

Stolpersteine für Klavier
14. November 2017 20.30 Uhr
Unerhörte Musik, Mehringdamm 34, Berlin
im Rahmen des Konzertes mit dem Bärmanntrio
John-Noel Attard, Klavier

 


Sopran-Quartett „Künstlerinnenleben“
© Gisela Weimann

Heldenleben oder Künstlerinnenleben? So groß ist der Unterschied nicht. Aber das Künstlerinnenleben ist heute wirklich nicht einfach. Viele von ihnen sind allein lebend und freischaffend. Was treibt sie eigentlich dazu, Kunst zu machen? Sie können nicht aufhören zu malen, zu dichten und zu komponieren. Die darstellende Künstlerin Gisela Weimann zeichnete in ihrem Tagebuch ihre Schwierigkeiten auf. Das ist der Text, der hier vom Mädchenchor in Hannover gesungen wird. Dass man den doch etwas veralteten Ausdruck „Mädchen“ für die jungen Chorsängerinnen verwendet finde ich erstaunlich.

Sopran-Quartett „Künstlerinnenleben“
aus dem Chorstück „Liebe, Kunst, Fremde, Frauen“
8. November 2017 19.30 Uhr
Richard Jakoby Saal der HMTMH Hannover, Emmichplatz 1
Solisten des Mädchenchors Hannover
Andreas Felber, Dirigat

Hörbeispiel: LKFF 3. Satz.mp3
Flyer: application/pdf iconMayako_Kubo - Künstlerinnenleben.pdf


Atempause im Stadtgarten
Cologne Guitar Quartet

Im Rahmen der Konzertserie TRIPCLUBBING der Kölner Philharmonie wird “Atempause” aufgeführt. Vier „Cool Guys“ – eigentlich passionierte, heiße Gitarristen aus vier unterschiedlichen Nationen – tönen meine Musik in unglaublich aufregender Stimmung, so dass ich selbst dabei atemlos werde.

Atempause für Gitarrenquartett
12. Oktober 2017, 21Uhr Stadtgarten, Köln
Cologne Guitar Quartet :
Tal Botvinik, Tobias Juchem, Ptolemaios Armaos und Henrique Almeida
www.cologneguitarquartet.com


Geras in Amsterdam
Foto: Vogt-Sarah Harzer (Akkordeon)

 
Foto: Annelies van der Vegt (Klarinette)

Das neue Festival “Nieuwenoten-Amsterdam” unter der künstlerischen Leitung von Fie Schouten startet am 10. September. Spezialisten der Neuen Musik treffen sich in Amsterdam. Das holländisches Publikum ist im Allgemeinen offen für fremde Töne. Das Duo von Fie Schouten und Marko Kassl wird den Wiesengeruch von Geras dem Publikum nahe bringen.


Geras Variationen für
Klarinette/Baßkl. und Akkordeon

10. September 2017 15 Uhr
De Ruimte, Amsterdam
Fie Schouten : Klarinette/Baßklarinette
Marko Kassl: Akkordeon
www.nieuwenoten-amsterdam.nl

 


DLF-K Porträt Mayako Kubo „Ich kann aber durch Töne“

Die Komponistin Mayako Kubo. Von Matthias R. Entreß

Mayako Kubo ist eine freie Komponistin im umfassendsten Sinn – unabhängig von Strömungen der Neuen Musik, frei in der Wahl ihrer Mittel und frei, sich den Ensembles und Interpreten und deren Fertigkeiten und Traditionen anzuverwandeln, frei also auch von jeder Verpflichtung zu einem “eigenen Stil”. So wird ihre Musik zwar nicht in Form und Klang japanisch, wohl aber in der Philosophie ihres künstlerischen Handelns. (Matthias Entreß)


Mitternachts-Krimi im Radio “Ich kann aber durch Töne”

radio Um Mitternacht kann man statt eines Mitternachts-Krimis eine Portraitsendung hören. Entreß beschreibt meine Arbeit: Im fiebrigen Dickicht der Sprachen, im Babelturm der Musik, stürmt Mayako Kubo gegen die "Väter“ zu ihrem expressiven Selbst.

Die Berliner Komponistin Mayako Kubo, von Matthias Richard Entreß
20. Juni 2017 vom 0.05 bis 1.00 Uhr
Deutschlandfunk Kultur 97.6Hz „Neue Musik“


An Diotima

Musik im Exil Ich bin keine leidenschaftliche Leserin Deutscher Literatur, mit einer Ausnahme: Hölderin. Sein Hyperion begleitete Jahre lang mein Leben. Das Bratschensolo „An Diotima“ stammt aus meinem Musiktheater „Hyperion Fragmente“. Hölderin war in meinen Augen der intellektuelle Exilant schlechthin. Im Sinne der Idee, politisch und musikhistorisch relevante Kompositionen von Exilmusikern und ihren Schülern in Nah- und Fernost aufzuführen wird die Reihe „Mazel Tov International“ auch in diesem Jahr fortgesetzt und ist Bratsche und Klavier gewidmet.

Das Leben wie auch das Werk aller vorgestellten Komponisten dieses Konzertes ist von Migration und Exil geprägt, was von ihnen durchaus nicht unbedingt als Verlust, sondern zugleich auch als Freiheitsgewinn erlebt wurde. Werke von: Yehuda Yannay, Isang Yun, Saburo Moroi, Kosaku Yamada, Paul Hindemith

„An Diotima“ für Bratsche
Im Rahmen der Reihe „Mazel Tov International“
Sonntag, 18. Juni 2017 19 Uhr, Schwartzsche Villa Steglitz
Grunewaldstr. 55, 12165 Berlin
Yossi Gutmann Bratsche, Yuko Tomeda Klavier


Musikalische Dialoge in Paderborn

Dialogus Iuvenum In diesem Jahr wird der Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Paderborn statt finden. Die Luft eines Wettbewerbsraums ist extrem dünn und hitzig. Für junge angehende MusikerInnen ist „Jugend musiziert“ aber auch eine gute Gelegenheit, musikalische Dialoge auszutauschen.

„Dialogus Iuvenum“ für Violine und Akkordeon
Dienstag, 6. Juni 2017 Gesamtschule Elsen, Paderborn
im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“
Rebekka Wagner, Violine und Maxine Bell, Akkordeon

 

 

 

 

 


Ein Lied für Marianne
Foto: M. Kubo

Lied für Marianne Ich hatte das große Glück, endlich einer Frau am GEDOK Berlin zu begegnen; sie unterstützte mich, sie verstand mich. Doch die Zusammenarbeit mit ihr dauerte leider nur ein Jahr. Ein Lied für Marianne solle meinen unbeschreiblichen Verlust mindern.

„Ein Lied“ für M, zur Gedenkstunde für Marianne Schulz-Hahn
Mittwoch, 31. Mai 2017, 18 Uhr
Kapelle auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, Chausseestr. 126 10115 Berlin
Adelheid Krause-Pichler Flöte

 

 

 

 


 


Ovartaci in Aarhus

Hier ein kurzer Ausschnitt auf Youtube, von der Aufführung „Puma bleibt Puma“ aus der Oper Ovartaci.

Ovartaci - Crazy, Queer and Lovable „Puma bleibt Puma“
von Mayako Kubo, nach dem Text von Tanja Langer
An der VIA Universität Aarhus, Mai 2017
Thorbjörn Björnsson (Bariton), Ramina Abdullah-Zadé (Sopran), Claudia Herr (Mezzosopran), Sabrina Ma (Percussion)
Videoaufnahme: René Dybdal


Reise nach Tel Aviv
Foto: TijsB | lizensiert unter CC BY-SA 2.0

Tel Aviv Museum of art Pausenlos höre ich die Nachrichten aus Naheost und tiefe Falten wachsen zwischen meinen Augenbrauen. Aber die Nachricht einer Aufführung von „Atem Pause“ in Tel Aviv macht die Falten wieder glatt.

Hoffentlich bringt meine Komposition jemanden zum Lächeln. Neue Musik ist zum Nachdenken gedacht, aber manchmal kann sie auch einfach das Herz eines Publikums erwärmen.

„Atem Pause“ für Gitarrenquartett
Samstag, 20. Mai 2017 18.30 Uhr
Im Rahmen des Felicja Blumental International Music Festivals
Tel Aviv Museum of Art
Cologne Guitar-Quartet


Ovartaci geht ohne Fahrrad nach Hause

Ovartaci Museum Ovartaci fuhr gern Fahrrad und er durfte auch außerhalb des Krankenhauses weit fahren. Dem zu Ehren habe ich in meinem Stück ein echtes Fahrrad als Schlaginstrument eingebaut. Aarhus ist in diesem Jahr Kulturhauptstadt Europa. Mit den Kollegen der „Atonale“ fahre ich aber ohne Fahrrad dorthin. Wir bekommen in Aarhus ein dänisches Fahrrad für unsere Schlagzeugerin.

Es gibt das Ovartaci Museum und auch das Krankenhaus, wo er großen Teil seines Lebens verbrachte. Diese Tournee wird eine Spurensuche nach Inspirationsquelle für Ovartaci, aber auch für mich sein.

„Puma bleibt Puma“ nach Texten von Tanja Langer und einer Szene aus „Ovartaci – crazy, queer and lovable“ für Bariton, zwei Soprane und Schlagzeug Dienstag, 9. Mai 2017 19 Uhr
Ovartaci Museum in Aarhus, Dänemark
Mittwoch, 10. Mai 2017 15 Uhr
Wissenschaftszentrum Skejby, in Aarhus, Dänemark
Thorbjörn Björnsson (Bariton), Claudia Herr (Mezzosopran), Ramina Abdullah-Zade (Sopran), Sabrina Ma (Percussion)


After 60 Second
Foto: Neues Museum (Anna Seibel)

Neues Museum (Anna Seibel) Ein Kollege sagte zu mir: „Many of the music pieces tonight are boring after 60 seconds“. Ich verstand ihn sofort. 60 Sekunden sind lange genug, um die Intention eines Komponisten zu erkennen. Nach 60 Sekunden stellt sich dann aber die Frage: „was nun?“ Ist der heutige informationsüberfüllte Alltag schuld daran, dass kein Mensch mehr einem unbekannten Stück geduldig zuhören kann?

In der Tat, nach 60 Sekunden wusste ich nicht mehr, wie ich mit den Tönen hantieren sollte. Die vier unterschiedlichen Klänge aus Flöte, Klarinette, Horn und Fagott sind in Akkorden gemischt und Unisoni und parallele Tutti-Bewegungen sorgen für melodische Heiterkeit. Auch kleine Oasen für die Solisten sind eingebaut. Trotzdem kann das Stück auseinanderbrechen und langweilig werden. Aber Langeweile ist immer ein subjektives Empfinden, sie entsteht im Kopf des Hörers. Das Stück „After 60 Seconds“ ist ein Werk, das die schwierige, aber auch heitere Arbeit des Komponierens darstellt.

After 60 Seconds für Flöte, Klarinette, Horn und Fagott UA
9. April 2017, 11.15 Uhr
Neues Museum, Staatliches Museum für Kunst und Design Nürnberg, Luitpoldstraße 5, 90402 Nürnberg
Ensemble : Pegnitzschäfer-Klangkonzepte
Marion Ludwig, Flöte
Simone Sitterle, Klarinette
Wilfried Krüger, Horn
Shunsuke Ohomori, Fagott


„CHARINKO!“

Fahrradschild „Charin, Charin...!“ beschreibt im Japanischen den Klang der Fahrradklingel, aus welchem auch ein japanisches Wort für Fahrrad abgeleitet wird. Fahrräder sind das zentrale Thema des Schulprojektes. Detlef Franz, Lehrer der Schule und ich werden sie als Klangobjekte nutzen und wir werden gemeinsam mit den Schülern ein Stück komponieren!

Die neue Rot-Rot-Grüne Regierung in Berlin hat nach dem „Volksentscheid Fahrrad“ in ihrem Koalitionsvertrag „neue Impulse für einen großstadtgerechten Fahrradverkehr“ entworfen. Das Stück kann auch zu einem politischen Statement werden: Wie wollen wir in Berlin die Kultur des Fahrradfahrens erleben? (Detlef Franz)

Im Rahmen der Berliner Festspiele | MaerzMusik 2017 - Festival für Zeitfragen, werden die SchülerInnen aus fünf Berliner Schulen ihre Kollektivkompositionen uraufführen.

Donnerstag, den 23. März 2017, 18.00 Uhr
Universität der Künste / Probensaal
Bundesallee 1-12
 10719 Berlin
Evangelische Schule Berlin Zentrum, Mitte
Schüler*innen des 11. und 12. Jahrgangs
Assistent: Jakob Platzek
Begleitet durch: Detlef Franz, Mayako Kubo


Was kommt nach einem Fest?
Foto: Kubo

Baermann Trio Beim berühmten Awa Volkstanzfest in Shikoku vier Tage und Nächte lang getanzt. Nach einem solchen Fest ist man völlig entkräftet, aber im nächsten Sommer wollen wieder alle den Awa-Tanz tanzen. Es muss ein Geheimnis in der Awa-Musik stecken; wenn diese Musik erklingt, muss ich tanzen und kann nicht aufhören.

Mein Klarinettentrio „Matsuri“ (Japanisch: „Fest“) basiert auf dieser Awa-Tanzmusik. Das Bärmann Trio, dem ich „Matsuri“ gewidmet habe, hört nicht auf das Stück zu spielen. Wir haben im letzten Jahr sowohl in Deutschland als auch in Japan mehrere erfolgreiche Konzerte gespielt. Und jedes Mal, nachdem sie „Matsuri“ gespielt haben sagt mir das Bärmann Trio: das Stück ist wunderschön aber danach ist man ausgepowert. Nun versteht man das Geheimnis des Awa-Tanzes!

„Matsuri“ für Klarinetten Trio
Bärmann Trio: Sven van der Kuip Klarinette, Ulrich Büsing Baßklarinette, John-Noel Attard Klavier
Montag, 6. Februar 2017 19.30Uhr
Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin JDZB
Saargemünderstr.2 14195 Berlin
Nur mit Voranmeldung unter (030) 839 07 123 oder kultur@jdzb.de


12 Komponisten schreiben eine Oper
Foto: Tanja Langer

Die Kammeroper „Ovartaci“ ist ein Experiment. 12 Komponisten schreiben je eine Szene. Ich kenne den Text, aber nicht die Musik. Was schreiben meine Kollegen wohl?

Der dänische Künstler Ovartaci (1894-1985) schuf ein phantastisches Werk - in der Psychiatrie. Er glaubte, als Puma, Blume, Schmetterling und im alten China gelebt zu haben. Weibliche Wesen waren sein Ideal, und so wurde ihm dieser Wunsch nach zwei Versuchen, sich zu entmannen, mit 63 Jahren erfüllt.

Die Oper ist eine Hommage an einen außergewöhnlichen Menschen, der unter der Bedingung seiner schweren Schizophrenie ein phantasievolles Werk schuf - überzeugt davon, damit der Welt seine Liebe zu geben. Genauere Beschreibung: https://www.startnext.com/ovartaci

„Puma Metamorphose“ nach Texten von Tanja Langer und eine Szene aus „Ovartaci – crazy, queer and lovable“
11. und 12. Januar 2017 jeweils um 20:00 Uhr
Staatsoper im Schiller Theater – Werkstatt
Bismarckstr. 110, 10625 Berlin
Thorbjörn Björnsson (Bariton), Claudia Herr (Mezzosopran), Ramina Abdullah-Zade (Sopran), Alexandros Giovanos (Percussion), Dirk Girschik (Regie)


Was, Wie und für wen

Was komponiere ich? Wie komponiere ich? Mit diesen Fragen beschäftigt sich sein Komponist sein Leben lang alleine. Aber die Frage: Für wen? ist oft noch komplizierter. Für sich? Für die Toten? Oder einfach nur für einen Auftraggeber? Wie kann ich ein Stück für den Weltfrieden komponieren? Es hilft nicht für den Frieden, sondern bleibt nur als Selbstbeschönigung.

Warum habe ich „Fantasie –Ode an die Freude“ an den Frieden denkend und für das Blasorchester der japanischen Verteidigungsarmee (JGSDF) geschrieben? Die JGSDF ist sehr wichtig. Im Gegensatz zu Komponisten beschäftigen sich die Soldaten direkt mit Naturkatastrophen und Krieg. Ein großes sinfonisches Blasorchester mit mehr als 65 Soldatinnen und Soldaten, die Berufsmusiker sind, spielen nicht nur Marschmusik, sondern auch Rock, Folk und Klassik. Nach dem zweiten Weltkrieg war die Gründung einer Armee in Japan sehr umstritten und auch heute noch sind viele Japaner gegen ihre Existenz. Die Fehler, die im zweiten Weltkrieg gemacht wurden, dürfen nicht wiederholt werden. Mein Wunsch, dass der 71-jährige Frieden weiter erhalten bleiben soll, ist in dieser Komposition zum Ausdruck gebracht.

Die neue CD ist unter dem Label brain music records herauskommen. Die öffentliche Uraufführung wird am 9. Januar 2017 im Hyogo Performing Arts Center stattfinden. Am 8. Januar gibt es dort auch eine öffentliche Probe.

„Fantasie - Ode an die Freude“ für großes Blasorchester und Sopran, UA, Auftragswerk des JGSDF
9. Januar 2017, 11 Uhr
Hyogo Performing Arts Center
JGSDF Music Festival
Blasorchester der Japan Ground Self-Defence Force (JGSDF) Middle Army. Higuchi Takahiro: Dirigent, Mai Tsugumi: Sopran
8. Januar 2017 18 Uhr Öffentliche Generalprobe, Hyogo Performing Arts Center
CD: BOCD-7613 Brain music


Beethoven trifft Mayako Kubo

Wer ist mein Vorbild? Für mich sind fast alle klassische Komponisten meine Vorbilder und ich lerne von ihnen sehr viel. Beethoven steht aber außer Rank. Wenn er mich als seinen Lehrling anstellen würde, würde ich ihm Kaffee kochen und ihm bei seiner Reinschrift behilflich sein. So sollte der Unterricht eines Kompositionsstudenten sein. Nicht Theorie und nicht gedruckte Noten, sondern Komponisten beim Niederschreiben ihrer Musik kennen lernen.

15. Nov. 2016, 20.04 – 22.00 Uhr, WDR 3
„Beethoven trifft Mayako Kubo“ moderiert von Sabine Weber
Ludwig van Beethoven, Streichquartett op. 18-1
Mayako Kubo, Streichquartett Nr. 1 "Glockenläuten", deutsche Erstaufführung
Ludwig van Beethoven, Streichquartett op. 59-2
Auryn Quartett


Pausenlose „Atempause“
Cologne Guitar Quartet

„Atempause“ besteht buchstäblich aus den Buchstaben A-T-E-M-P-A-U-S-E. Sie werden gesungen und auf den Saiten gezupft. Das Cologne Guitar Quartet hat bei einem Wettbewerb für die Interpretation zeitgenössischer Musik 2015 mit diesem Stück einen Preis gewonnen und nun gibt es sie beim Preisträger-Konzert in Karlsruhe zu hören. Ich werde meiner „Atempause“ mit angehaltenem Atem und ohne Pause zuhören.

22. Oktober 2016 19.30 Uhr,
Schloss Gottesaue, Karlsruhe
„Atempause“ für Gitarrenquartett
Cologne Guitar Quartet


Mutter und Sohn
 

Das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn läuft nicht so, wie die Mutter es sich vorstellt. Vor 20 Jahren habe ich für meinen Sohn, Violine und seinen Freund, Akkordeon, ein kleines Duo komponiert. Die Jugendlichen haben das Stück wunderbar aufgeführt. Doch inzwischen spielt mein Sohn keine Geige mehr. Die Komposition ist geblieben; CD: kr 10042, gespielt von Susanne Zapf, Violine und Jan Jachmann, Akkordeon. Die Noten dazu werden vom Verlag Neue Musik herausgegeben.

13. November 2016, 11 Uhr
Künstlerhaus Betanien, Berlin Kreuzberg
im Rahmen des Festivals “Klangwerkstatt“
Dialogus Iuvenum“ für Violine und Akkordeon
Rebekka Wagner, Violine und Maxine Bell, Akkordeon


 

 


Liebe, Kunst, Fremde, Frauen
Berliner Mädchenchor

Worauf besteht ein Künstlerinnenleben? Selbstverständlich: Liebe, Kunst, Fremde, Frauen. Zum Jubiläumskonzert der GEDOK 90 habe ich ein großes Chorstück für 90 Frauenstimmen und 5 Soprane geschrieben. Es wird über die innere und äußere Welt der Künstlerinnen gesungen: heiter, dunkel, kräftig, vernichtend, aber auch Hoffnung bringend.

Während der Lektüre der Texte vieler verschiedener Dichterinnen bekam ich ein Gefühl des Heldinnenlebens. Dichterinnen sind Heldinnen. Malerinnen sind Heldinnen.

Samstag 8. Oktober 2016, 19.30 Uhr
Heilig Kreuz Kirche, Zossener Str. 65, 10961 Berlin

Liebe, Kunst, Fremde, Frauen – Künstlerinnenleben
für Frauenchor und 5 Soprane UA
Text: Elke Erb | Meiko Matsudaira | Gisela Weimann | Ingeborg Bachmann
Chöre: Vokalconsort des Berliner Mädchenchor | Classical Lesbians | Singfrauen Berlin | Ensemble Nagomi
Solistinnen: Irene Kurka | Maacha Deubner | Sibylle Fischer | Franziska Welti | Miho Kinoshita

Choreinstudierung: Yukari Ishimoto | Sibylle Fischer | Franziska Welti
Musikalische Leitung: Sabine Wüsthoff

Singfrauen Berlin


Tobbi singt Herbeck
Alexandros Givanos

6 Lieder nach den Gedichten von Ernst Herbeck werden von Tobbi neu einstudiert. Das Künstlerleben liegt an der Grenze des normalen und des anormalen Lebens. Oft verschwimmt diese Grenze auch: es zeigt sich der „ungefilterte Zugang zum Unbewussten“ oder „eine andere Art, die Welt zu empfinden“, im historischen Gebäude der Alten Nervenklinik der Charité im Charité-Campus, Berlin-Mitte, mit einem Vortrag des Psychiaters Dr. Bernd Haslinger von der Charité, Berlin.

Freitag 30. September 2016, 19.30 Uhr im Rahmen des Atonale Konzertes „auf dem Weg zu einer Oper OVARTACI“
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité, Bonhoefferweg 3, 10117 Berlin
6 Herbeck Lieder für Bariton und Schlagzeug, UA neue Fassung
Thorbjörn Björnsson: Bariton, Alexandros Giovanos: Schlagzeug

Thorbjörn Björnsson

Bei Nacht und Nebel im Spätsommer
Luisa Lohmann

Nach so einem schönen Sommer steht der Herbst vor der Tür und bringt uns dunkle Nächte und dicken Nebel. Wir können bald in unseren vier Wänden träumen: was mache ich bei Nacht und Nebel? Als Auftakt zum Herbst kommt dieses Stück gerade recht, so dass wir uns über die Zukunft Gedanken machen können.

Eine Hommage an zwei Dichter, Reinhold Köstlin und die Neuköllner Dichterin Marion Bretschneider. Ein gut situierter Mensch im 19. Jahrhundert malt sich für Nacht und Nebel eine romantische Liebesszene aus. In Neukölln im 21. Jahrhundert kann man wohl auch einer Frau begegnen, die bei Nacht und Nebel in Flaschencontainern wühlt.

„Bei Nacht und Nebel“ für Klarinette und Baßklarinette
17. September, 19:00 Uhr
Pyramide, Vernissage zur Ausstellung „Urban“ von GEDOK Berlin
Riesaer Str. 94, 12627 Berlin
Luisa Lohmann, Klarinette


Ode an die Öde
The japan ground self-defense force middle
army music band

Das wichtigste, was uns deutsche Soldaten gebracht haben, war Musik. Im Jahre 1918 wurde die 9. Symphonie von Beethoven im Gefangenenlager in Bando, auf der südlichen Insel Shikoku, zum ersten Mal aufgeführt.

Die Blas- und Streichinstrumente gehörten den Soldaten. Sie haben für sich, für die Kameraden und für das Land musiziert. Was für eine geistige Haltung und welch ein Wille! Den Ertrag sehen wir heute: europäische Musik hat sich in Japan voll entfaltet. Ein gutes Beispiel für die musikalischen Früchte finden wir beim japanischen Militär-Musikkorps (gegründet 1951). Es ist eine fantastische Musikkapelle. Sie sind professionelle Musiker und Soldaten zugleich. Wo man nach ‚hard power’ fragt, findet man ‚soft power’ : Ode an die Öde!
Als der musikalische Leiter der Musikkapelle der Selbstverteidigungskräfte Japans Mitte mich bat, ein Stück für die Musikkapelle zu komponieren, sagte ich gleich JA! So entstand ein großes Blasorchester-Stück; „Fantasie Ode an die Freude “.

Schon üben sie fleißig und im September 2016 nehmen sie das Stück auf. Im Dezember sollte die neue CD unter dem Label brain music records herauskommen. Die öffentliche Uraufführung wird am 8. Januar 2017 in der City Hall Nishinomiya stattfinden.


Mazel Tov in Japan II

Flyer von Mazel tov in JapanDie Geschichte der deutschen und österreichischen Komponisten in Japan ist weitgehend unbekannt. Japan war ein Zufluchtsort für die verfolgten, meist jüdischen, Musiker und sicherte ihnen das Überleben. Trotz Schwierigkeiten haben sie sich dort als Musiker und Pädagogen etablieren und entfalten können.

Während Nachforschungen über diese Musiker und die von ihnen beeinflussten japanischen Musiker stieß ich auf mehrere interessante Biographien und ihre musikalischen Werke. Beim zweiten Mazel Tov Konzert wird unter anderem ein Stück von Toshio Kashiwagi aufgeführt, der heute leider völlig in Vergessenheit geraten ist. Ich selbst habe für die Pianistin Elzbieta ein neues Stück geschrieben: „Stolperstein“.

Samstag 2. September 2016, 20 Uhr
Elzbieta Sternlicht – Klavierabend
Schwartzsche Villa – Berlin Steglitz

Toshio Hosokawa| Toshio Kashiwagi| Mayako Kubo Stolpersteine (2015) UA | Toru Takemitsu | Joseph Laska | Alexander Tcherepnin


Geras ist überall
Marko Kassel | Robert Beck
Foto: Nils Imhorst
Felix Kroll | Sabina Matthus-Bébié 
Alfred Melichar
Foto: Reinhard Winkler
Stefan Neubauer
Foto: Severin Neubauer

Sabina Matthus-Bébié und Felix KrollMarko Kassel und Robert BeckIm Mai blühen auch die Geras Variationen überall: in Aachen, in Wien und in Berlin. Vorher wusste keiner, wo Geras liegt. Nun habeviele Leute vom Stift Geras gehört. Ich bin erstaunt, wie viele Duos es für Akkordeon und Klarinette gibt. Sie sind wunderbare Musiker, ohne Scheu vor Neuem, und sie geben mir ihre Ideen zurück. Die Klangmixtur von Akkordeon und Klarinette ist magisch. Manchmal ist sie so farbig wie ein Orchester, aber auch so ineinander verflossen als wäre es ein einzelnes Instrument.

Alfred Melichar„Geras Variationen“ 
für Akkordeon und Klarinette/Baßkl.

13. Mai 2016, 20 Uhr, Klangbrücke im Alten Kurhaus, Kurhausstr. 1, 52058 Aachen
Marko Kassel Akkordeon | Robert Beck Klarinette

Neubauer

24. Mai 2016, 19.30 Uhr, Arnold Schönberg CenterWienSchwarzenbergplatz 6, A-1030 Wien
Alfred Melichar Akkordeon | Stefan Neubauer Klarinette

31. Mai 2016, 20.30 Uhr, Unerhörte Musik Berlin
Mehringdamm 34, 10961 Berlin
Felix Kroll Akkordeon | Sabina Matthus-Bébié Klarinette

 


Eimer-Sinfonie „Putz, Putz, Patsch!“
Foto: Erik-Jan Ouwerkerk

Putz, Putz, Patsch! Foto: Erik-Jan OuwerkerkDie Arbeit mit Kindern bereitet mir immer wieder große Freude. Sie werden unruhig wenn die Musik langweilig ist. Wenn sie aber intensiv am musizieren sind, entlocken sie auch einem Eimer unglaubliche Klänge.

27 Schüler der Grundschule am Sandsteinweg (SAMS) aus der 3. Klasse (unter Lehrerin Eva Henke) und zwei Komponistinnen (Mayako Kubo / Laurie Schwartz) haben gemeinsam an der Eimer-Sinfonie „Putz, Putz, Patsch!“ gearbeitet. Wir haben die Bewegungen und die Geräusche von Eimern erforscht und ihr Zusammenspiel entwickelt. Die Eimer-Sinfonie ist eine gemeinsame Komposition der Schüler und der Komponistinnen.

11. Mai 2016 17 Uhr
Turnhalle der SAMS
Hornblendeweg 2
12349 Berlin


Die Wellen von Sanriku erreichen Kyoto

Die Küste von Fukushima wird Sanriku genannt. Sie ist wunderschön. Vor 5 Jahren, unmittelbar nach der Tsunami-Katastrophe am 11. März 2011, habe ich die Sanriku-Küste besucht. Sie wäre auch dann schön gewesen, wenn dort nicht Häuser wie Zigarettenschachteln im Meer geschwommen wären. Die Tanka-Dichterin Meiko Matsudaira schickte mir einen Monat nach der Katastrophe zehn starke und gleichzeitig bestürzende Tanka. Ich spürte meinen inneren Drang: ich musste sie vertonen. Ende Juni wurden meine „Sanriku Lieder“ in Berlin uraufgeführt. Nun werden sie auch in Kyoto aufgeführt.

Die Wellen, die vom Tsunami verursacht worden sind, erreichten damals mein Herz und jetzt, nach fünf Jahren, schlagen sie auf die Herzen des Publikums in Kyoto zurück

„Sanriku Lieder“ für Sopran und Streichorchester
17. April 2016 14.30 Uhr
Kyoto Concert Hall
Ichiro Saito (Dirigent), Eiko Morikawa (Sopran),
Kyoto Philharmonic Chamber Orchestra


Zusammen mit Beethoven in Bonn
© Beethoven-Haus Bonn,
Kammermuskiksaal

Es ist wirklich selten das sich die Neue Musik zu Beethoven gesellt. Das Auryn-Quartett macht das Unmögliche möglich. Mein erstes Streichquartett wird zwischen zwei Streichquartetten Beethovens (op. 18 Nr.1, op. 59 Nr. 2) aufgeführt. Während des Komponierens war mir meine Mutter stets gegenwärtig, so dass das Stück buchstäblich in Gedanken an sie entstanden ist.

Dem Streichquartett liegt das Kinderlied „Oh wie wohl ist mir am Abend“ zu Grunde. Dazu spielt in der kompositorischen Struktur das Gedicht „Am Abend“ von Ingeborg Bachmann eine wesentliche Rolle: Abends frag ich meine Mutter / heimlich nach dem Glockenläuten,/ wie ich mir die Tage deuten / und die Nacht bereiten soll......

Streichquartett Nr. 1 „Glockenläuten“
22. April 2016 20 Uhr
Auryn-Quartett
Beethoven-Haus Bonn


 

 


 


Mazel tov in Japan

Dank der Pionierarbeit der Exil-Musiker aus Deutschland wurde die abendländische Musik in Japan bekannt, rezipiert und akzeptiert – interessanterweise gerade entgegen der reaktionären, nationalistischen Kulturpolitik der japanischen Miliärregierung in den 40er Jahren. Durch das Bündnis mit Nazi-Deutschland war das dortige Überleben für sie jedoch keineswegs sicher. Der japanische Vorreiter und Mittler zwischen der japanischen und der abendländischen Musik war Kōsaku Yamada und weiterhin wirkten zeitgleich, unterstützt von den Exilanten oder als deren Schüler, die Komponisten Yasuji Kiyose und Fumio Hayasaka.

Im Nachkriegsjapan hat dieser gegenseitige Einfluss zu einer ganz eigenen Musiksprache der Komponisten geführt. Komponisten wie Toru Takemitsu, Toshio Hosokawa und Mayako Kubo besinnen sich einerseits auf die japanische klassische Musik, aber sämtliche „Errungenschaften“ des abendländischen Einflusses integrieren und die nun ihrerseits die zeitgenössische Musik in Europa beeinflussen. Diesen Spuren zu folgen habe ich mit Elzbieta Sternlicht die Konzeption „Mazel tov in Japan -Klaviermusik im Exil“ entwickelt.

Recital mit Elżbieta Sternlicht
Sonntag 13. März 2016 19 Uhr 
Schwartzsche Villa Steglitz Grunewaldstr. 55, 12165 Berlin

Josef Rosenstock(1986-1964) - Sonate e-Moll Op. 3 (1919)
Klaus Pringsheim (1883-1972) - Short Piano Studies (1947)
Joseph Laska (1986- 1964) - Japanische Melodien (1935)
Fumio Hayasaka (1914-1955) - Klaviersuite (1941)
Kosaku Yamada (1886-1965) - Genji story (1917)
Mayako Kubo (geb. 1947) - Viertel des Lebens (2003)


Geras bleibt nicht in Geras
Foto: Nils Imhorst

 

Geras bleibt nicht in Geras. Das innovative Beck&Kassl Duo führt meine “Geras Variationen” zum ersten Mal in Deutschland auf.

Ich bin gespannt, ob das deutsche Publikum durch diese Musik die frische Luft vom Stift Geras schnüffeln wird.

12. Feb. 2016 19.30Uhr
Musikhochschule Münster, Ludgeriplatz 1
Klangzeit Münster Festival für Neue Musik
Robert Beck Klarinette, Marko Kassl Akkordeon

 


Wohin geht das Bärmanntrio auf Tournee?
Minato Mirai Hall Yokohama

 

Im Februar und im März ist das Bärmanntrio sehr beschäftigt. Neben ihrem Orchesterdienst, sie sind Mitglied des hessischen Rundfunk Orchesters, wird das Trio drei Mal in Deutschland und vier Mal in Japan Konzerte geben. Auf dem Programm stehen Namen wie Mendelssohn, Schumann, Saint-Saens, Glinka und natürlich Kubo. Japanische Zuhörer sind ziemlich konservativ. Mein Klarinettentrio „Matsuri“ kann hoffentlich mit frischen Töne die Konzertsäle abstauben.

7. Feb. 2016 11.00 Uhr
Nebbiensches Gartenhaus Frankfurt
Bockenheimer Anlage beim Hilton Hotel Frankfurt am Main
12. Feb. 2016 19.30 Uhr
Hoch'sches Konservatorium, Humperdinck Saal
Sonnemannstr. 16, 60314 Frankfurt
13. Feb. 2016 19.30 Uhr
Alt-Königstift Kronberg
Feldbergstr. 13 61470 Kronberg

Japan Tournee
29. Feb. 2016 19.00 Uhr
Dolce Artist Salon Osaka, Flyer
2. März. 2016 14.00 Uhr
Workshop und Konzert in Totsuka Musikgymnasium, Yokohama
3. März. 2016 10.00 Uhr
 Workshop und Konzert in Deutsche Schule Yokohama
4. März. 2016 12.10 Uhr, Flyer
 Minato Mirai Hall Großer Saal Yokohama


Die größte Gemeinschaftskomposition der Welt
Foto: Johannes Zillhardt

 

125 der bedeutendsten zeitgenössischen Komponistinnen und Komponisten haben auf Initiative des Forum Zeitgenössischer Musik Leipzig [FZML] die »Party Pieces« gemeinsam komponiert. Am 20. Januar erlebte die größte Gemeinschaftskomposition der Welt nach ihrer Premiere in New York nun endlich ihre europäische Erstaufführung. Mein kleinstes Stück trägt auch dazu bei. Die wunderschöne, dicke Gesamtpartitur „CAGE 100 Box“ wird vom FZML herausgegeben und erhält die „Best Edition 2014“ vom Deutschen Musikverleger-Verband. Gratulation!

Die Aufführung mit 125 unterschiedlichen Stilen und Besetzungen wurde von Gerhard Müller-Goldboom geleitet. Es mußte ein enormer Kraftakt sein. Danke, Gerhard!

20. 01. 2016   19:30 Uhr
Ensemble WORK IN PROGRESS Berlin
Gerhard Müller-Goldboom, Leitung
UT Connewitz Leipzig, Wolfgang-Heinze-Str. 12a, 04277 Leipzig


O du Plötzlicher!
 “Oh du Plötzlicher! “ Nr.2 (2015) UA,  für Klavier zu vier Händen von Mayako Kubo
17.12.2015 Staatsoper im Schillertheater Berlin (Werkstatt)
Klavier: Norie Takahashi | Björn Lehmann
Ton und Kamera: Martin Daske | Schnitt: Tribord Studio Berlin
 

Bei Nacht und Nebel

Hier ist ein kurzer Ausschnitt der Uraufführung von `Bei Nacht und Nebel´.
Luisa Lohmann, Klarinette


Geras klingt
Foto: Kubo

 

Der österreichische Akkordeonist Alfred Melichar und Simon Reitmaier an der Klarinette haben überzeugend meine „Geras Variationen“ im Marmorsaal des Stifts Geras uraufgeführt und bekamen leidenschaftlichen Applaus.

Link zum Zeitungsbericht 

 

 

 

 

 

 

 

 


Gratulation! für das junge Gitarrenquartett
Kölner Gitarrenquartett,
http://www.cologneguitarquartet.com/

 

Kölner Gitarren Quartett gewann Förderpreis beim Wettbewerb für Interpretation zeitgenössischer Musik 2015.

Das Quartett spielte mein „Atem Pause“ wörtlich mit atemloser Intensität.

Link zur Pressemitteilung


 

 


Shaping the future: Japan in Europa
Foto: Norihide Miyoshi

Japan ist ein schönes Land. Bekannt sind vor allem Sushi und Manga. Es gibt mehr als das. Auch hat Japan mehrere schwierige Hausaufgaben: Energie, Kommunikation mit den Nachbarländern, Klima, Walfang etc.

Anfang Dezember kamen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik in der Konrad Adenauer Stiftung zusammen und überlegten, wie das Image von Japan verbessert werden kann.

Meinen Beitrag leistete ich in einer Diskussionsrunde mit Adolf Muschg und Masatsugu Ono. Meine Aussage lautete: Kunst darf nicht instrumentalisiert werden, um das Land zu polieren. Kunst ist unabhängig, hat aber eine große Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.
 


Eine Kulturexilantin
Irene Kurka |   Foto: Hartmut Bühler

 
Natalia Pschenitschnikova Foto: German Vinogradov
 

Berlin ist voll von Asylanten und auch voll von Kulturexilanten. Ich bin nicht gezwungen, in Deutschland zu leben aber vor 40 Jahren wollte ich nicht mehr in Japan bleiben. Es gab aus meiner Sicht keine wegweisende Perspektive in Sachen Kunst. Das Gedicht „Exil“ von Ingeborg Bachmann trifft meine damalige Situation. Die deutsche Sprache macht mir immer noch zu schaffen, aber Schwarzbrot und Misosuppe reichen völlig aus.

„verfinstert...“, nach dem Gedicht
Exil von Ingeborg Bachmann, Voraufführung
5. Januar 2016, 20Uhr 30 Unerhörte Musik
Mehringdamm 34, 10961 Berlin
Natalia Pschenitschnikova, Sopran

verfinstert...“ , nach dem Gedicht
Exil von Ingeborg Bachmann UA
23. Januar 2016, 16 Uhr
GEDOK Galerie zur Finissage der Ausstellung
Motzstraße 59, 10777 Berlin
Irene Kurka, Sopran


O Du Plötzlicher! – Atonale in der Staatsoper
Norie Takahashi, Björn Lehmann

Wie beim Komponieren so im Leben: Man steht dem plötzlichen Ereignis sprachlos gegenüber, oder man macht etwas Positives daraus. Die Aufgabe ist, sich gegen plötzliche Ereignisse zu wappnen. Sehr selten genießt man das Plötzliche. Nun habe ich mir eine kleine Aufgabe gestellt: aus der plötzlich in mir aufgetauchten Awa-Tanz-Melodie ein lustiges Stück zu schreiben.

"O Du Plötzlicher! Nr. 2" Klavierstück zu vier Händen UA
17. Dezember 2015, 20:00 Uhr
Staatsoper im Schiller Theater (Werkstatt)
Bismarckstr. 110, 10625 Berlin
PianoDuo : Norie Takahashi und Björn Lehmann
 


Sabbatjahr 2015

Das erste Halbjahr war für mich ein Sabbatjahr. Raus aus den ständigen `Deadlines´, weg vom `Ich-Muss-Gefühl´. Die große Renovierung meines Komponier Häuschens kam mir da gerade bestens entgegen. Mit lauter Stimme durfte ich sagen: Ich habe keinen Arbeitstisch.

Diese Auszeit aus dem Komponistenleben konnte ich anfangs nicht genießen. Ich dachte, ich muss...ich muss arbeiten. Aber wenn das Klavier und der Schreibtisch nicht zu benutzen sind, was macht eine Komponistin? : nur schlafen und spazieren gehen. Eine große Fermata!

Dazu kam ein schöner Sommeraufenthalt in Geras, Niederösterreich. Heugeruch und ein riesiges Storchennest dominierten die Landschaft. Dank des Vereins „Geras klingt“ konnte ich im Marmorsaal des Stiftes komponieren. Dies ließ meine kreativen Kräfte wiederaufleben.

Ein Plädoyer für ein Sabbatjahr für freischaffende KünstlerInnen!!


Geras-Variationen

Das Stift Geras liegt in Niederösterreich 30 km vor der österreich-tschechischen Grenze.

Ein Ort des Mittelalters. Mit einer Inspiration von Oben? Auf der hohen Decke sah ich jeden Tag ein wunderschönes Gemälde Paul Trogers, die Brotvermehrung Jesu darstellend. Jeden Tag starrte ich auf zarten Stuckmarmor. Ist das ein Ort für Komponisten Neuer Musik? Oh, Ja!

Vielleicht war es diese Atmosphäre, die meine Kreativität anregte? Zwei Kammermusikstücke sind während des dreiwöchigen Aufenthaltes entstanden und das eine wird nun im Marmorsaal des Stiftes, wo es entstand, uraufgeführt.

Geras –Variationen für Akkordeon und Klarinette/Baßklarinette UA
Alfred Melicher, Akkordeon
Simon Reitmaier, Klarinette
18. Oktober 2015 16 Uhr, Marmorsaal,
Stift Geras, Niederösterreich


Eine Tagung im Goethe Institut Tokio
Kulturelle Bildung im Osten und im Westen
Foto: JP Wolff

Kinder in Ost und in West sind nicht gleich, aber ähnlich. Doch die Erwachsenen, damit meine ich die Lehrer und Fachleute für Kultur, sind verschieden.

Wenn ich einen Vergleich zwischen beiden Aufführungen, meiner Kinderoper „Traumspiel“ 2012 in Berlin und „Träume“ 2014 in Kuki ziehe, muss ich feststellen, wie verschieden Kunst- und Kulturauffassung beider Länder ist. Im Goethe Institut in Tokio kommen japanische Musiker und Pädagogen und deutsche LehrerInnen und SpezialistInnen der kulturellen Bildung aus Berlin zum ersten Mal zusammen. Auf dem Plan der Tagung stehen Schulbesuch, Vortragsveranstaltung und runder Tisch an der Universität. Ich bin gespannt, welche unterschiedlichen Meinungen zu hören sein werden. Zur Teilnahme an der Tagung sind alle willkommen und der Eintritt ist frei.

21. Oktober 2015, 14:00 bis 20 Uhr,
Goethe Institut Tokio mit Deutsch und Japanisch Simultanübersetzung

Info: http://www.goethe.de/ins/jp/de/tok/ver.cfm?fuseaction=events.detail&event_id=20603796


Turm von Pisa in Tokio
Tsunehito Tsuchihashi

 
Gaku Yamada

Endlich kann man den Turm von Pisa in Tokio anhören (anschauen). Zwei junge innovative Gitarristen fassen den Mut, zwei Duokompositionen, eine von Lachenmann und eine von mir, in einem Konzertabend aufzuführen. 

Salute für Caudwell“ von Lachenmann ist ein legendäres Stück der zeitgenössischen Literatur für Gitarre. Mein Duostück „Versuch über den Turm von Pisa“ ist nach dem Besuch des Turms von Pisa entstanden. Als das gigantische schiefstehende Bauwerk vor mir stand, schloss ich die Augen und träumte davon, wie der Turm gebaut wurde und dass ich frei darin herumrenne.

Ich werde bei dem Konzert anwesend sein und eine
Einführung beitragen.

Versuch über den Turm von Pisa mit einem
Nachspiel

30. Okt. 2015 19 Uhr,
Tokyo Art Museum, Tokyo

Chofu, Sengawa 1-25-1
Gaku Yamada, Gitarre 
Tsunehito Tsuchihashi, Gitarre


Miso Suppe und schwarzes Brot
Kwansei Gakuin University

Die traditionsreiche Universität, Kwansei Gakuin Daigaku, lädt mich ein, einen Vortrag zu halten. Das Thema des Vortrags soll mein Verhältnis zur europäischen Musik und japanischen Literatur am Beispiel der Oper sein.

Ich werde über meine alltägliche Arbeit reden. Der Titel meines Vortrags lautet „Komponieren heißt für mich Miso Suppe mit Schwarzbrot essen“. Beides, Misosuppe und Schwarzbrot, sind meine tägliche Speise. In Deutschland ist es schwierig, gutes Miso zu bekommen. So ist es auch mit guter japanische Literatur. Gutes Schwarzbrot zu finden und gute europäische Musik zu hören sind alltägliche Arbeit. Meine Werke sind vielleicht ein Konglomerat von beidem....

31. Oktober 2015, 14:00
Cho-Memorialhall der Kwansei-University
Nishinomiya, Kotoen, 1-11-12


Reinhold Köstlin und Neukölln
Luisa Lohmann

Was für einen Zusammenhang gibt es zwischen Reinhold Köstlin (1813-1856) und Neukölln? Die Neuköllner Dichterin Marion Bretschneider wie auch Köstlin haben jeweils ein Gedicht „Bei Nacht und Nebel“ geschrieben.

Ich frage mich, was macht man bei Nacht und Nebel? Was für eine Aktion? : Man fantasiert. Ein gutsituierter Mensch im 19. Jahrhundert malt sich eine romantische Liebesszene aus. In Neukölln im 21. Jahrhundert kann man einer Frau begegnen, die bei Nacht und Nebel im Flaschencontainer wühlt. Oder eine Frau denkt nach, dass sie vielleicht leere Flaschen sammeln sollte. Diese zwei Fantasien sind der Ausgangspunkt meiner Komposition.

Bei Nacht und Nebel“ für Klarinette und Baßklarinette (ein Spieler) UA
Luisa Lohmann, Klarinette
05. Juli 2015, 17:00 Uhr
Mendelssohn Remise im Rahmen des GEDOK-Konzertes


Fieber nach Streichquartett – Hörbeispiele

Im letzten Jahr wurde das 1. Streichquartett „Glockenläuten“ vom Auryn Quartett uraufgeführt. Das Glockenläuten hört man vielleicht im dritten Satz. Hier ist ein Mitschnitt der UA im Schlosssaal in Mondsee.


 

 

 

 

Das 2. Streichquartett „Raum intim“ wurde vom Sonar Quartett uraufgeführt. Hier ist die Aufnahme von der UA.

 

 

Streichquartette zu komponieren fasziniert mich immer mehr. Wann das dritte kommt, steht aber in den Sternen. Beide Stücke sind gerade im Verlag Neue Musik erschienen.


Wir können es aber durch Töne!
Edmond Wächter, Elisabeth Weinzierl
 

Wir Musiker können durch Töne das schaffen, was alle Demonstrationen nicht erreichen können: das Herz eines wilden Menschen. Das ist zur Zeit meine letzte Hoffnung. In der Komposition für ein Flötenduo kommen folgende Worte vor:

„Ich bin kein Dichter, ich kann die Redensarten nicht so künstlich einteilen, daß sie Schatten und Licht geben; ich bin kein Maler, ich kann sogar durchs Deuten und durch Pantomime meine Gesinnungen und Gedanken nicht ausdrücken; ich bin kein Tänzer. Ich kann es aber durch Töne; ich bin ein Musikus.“
Mozart an seinem Vater, 18. Nov. 1777

„Ich kann es aber durch Töne“ , für zwei Flöten
01. Februar 2015, 19:30 Uhr,
München Gasteig, Kleiner Konzertsaal
Download: application/pdf iconFlyer


Keine Atempause im rasenden „Atem Pause“
Mosaic Gitarrenquartett

 

Das junge Mosaic Gitarrenquartett aus Köln riskiert „Atem Pause“ atemlos zu spielen. Es gibt eine wunderbare Aufnahme auf Youtube.

Im Vergleich zu einem Streichquartett kann ich für ein Gitarrenquartett viel entspannter komponieren. Das heißt aber nicht, dass es leichter zu komponieren ist. Vier gleiche Instrumente, z. B. vier Gitarren, machen mich oft wütend, denn der Klangfarbenwechsel ist wirklich nicht einfach!

„Atem Pause“ für Gitarrenquartett
06. Februar 2015, 19:00 Uhr,
Konzertsaal Hochschule für Musik und Tanz in Aachen


Freude an der Zusammenarbeit

Zusammenarbeit mit Interpreten geht oft an die Nerven. Ist die Komposition zu schwer oder unspielbar? Entspricht die Komposition ihrem musikalischen Geschmack? Bei der Uraufführung mache ich mir immer große Sorgen.

Die Zusammenarbeit mit dem Bärmanntrio war hingegen erfolgreich und ich hatte Spaß daran. „Matsuri“ („Fest“ auf Japanisch) ist kein leichtes Stück. Das Trio gab mir Verbesserungsvorschläge und sparte keine Mühen beim ausprobieren. Nun hören wir „Matsuri“ in Berlin.

„Matsuri“ für Klarinettentrio, Bärmanntrio:
Sven van Kuip, Klarinette
Ulrich Büsing, Baßklarinette
John Noel Attard, Klavier

16. Dezember 2014, 20:30 Uhr, Unerhörte Musik
BKA Mehringdamm 34, 10961 Berlin

 

 


Rätsel des Gitarrenklangs

Man kann darüber nachdenken, warum die Musik für „Izanagi und Izanami“ in Tokio japanisch geklungen hat. Der junge Gitarrist Tsunehito Tsuchihashi spielte „Izanamis Tränen“ und „Izanagis Ruf“ im Tokyo Art Museum. Die beiden Musikstücke klangen wie Shamisen-Musik. Die Luft in Japan, wo Izanagi und Izanami ihr Zuhause finden, ist feucht und riecht nach Meer. Ist das der Grund?

Beide Stücke werden nun im Goethe Institut in Tokio aufgeführt. Vielleicht klingen sie dort europäisch... Christine Ivanovic wird ihr Buch „Izanagi und Izanami“ zum ersten Mal dem japanischen Publikum vorstellen.

„Izanamis Tränen“ und „Izanagis Ruf“ im Rahmen der Buchpräsentation „Izanagi und Izanami“ von Christine Ivanovic im Goethe Institut in Tokio

16. Dezember 2014, 19:00 Uhr,
Aoyama 1 Chome, Minato-ku, Tokio
Tsunehito Tsuchihashi, Gitarre


 


Musik gegen japanische Gelassenheit

Gestern, heute und morgen, jeden Tag bebt die Erde in Japan. Die Gelassenheit überwiegt die Ängste im Alltag der Japaner. „Was sollen wir gegen Erdbeben tun außer sie zu ignorieren?“ sagen sie und lächeln mich freundlich an. Ich antworte mit ernster Mine: "Ich komponiere."

Zum Beispiel „Nachbeben“ für Klavier.

02. Dezember 2014, 19:30 Uhr, Konzert der GEDOK Berlin
Schwartzsche Villa, Grunewaldstr. 55, 12165 Berlin

application/pdf iconKonzert_Nov2014_GEDOK_Einladung_web.pdf

 

 


„Raum, privat“

Für mich steht eigentlich schon lange fest, dass meine kompositorischen Materialien aus persönlichen Erfahrungen stammen. Komposition ist das Produkt von dem, was ich empfinde und wie ich reagiere. Und dass kommt nicht aus großen Idealen oder Thesen. Komponieren ist eine extrem subjektive Tätigkeit. Das zweite Streichquartett nenne ich deshalb „Raum, privat“. Es ist launisch und oft zerstreut.

Das risikofreudige, virtuose Sonar Quartett wird meinen privaten Raum akustisch aufbauen.

22. November 2014, 18:30 Uhr,
Ackerstadtpalast Berlin, Ackerstr. 169, 10115 Berlin
Streichquartett Nr. 2 „Raum, privat“ UA, Sonar Quartett Berlin

 

 

 

 


Izanagi und Izanami in Tokio

Die Konzertreise nach Salzburg war wunderschön und erholsam. Wie schön war es, um Mondsee herum einen Spaziergang zu machen. Hingegen ist das Leben in der Megacity Tokio anstrengend und laut, aber hochinteressant. Die Menschen arbeiten und leben rund um die Uhr. Ich bin nicht sicher, ob das Publikum Zeit hat, in Ruhe der Musik für Izanagi und Izanami zuzuhören.

Der in Berlin studierte Gitarrist Tsunehito Tsuchihashi stellt ein interessantes Programm zusammen. Zwischen Bach und Henze kommen Izanagi und Izanami. Eigentlich ist Japan für dieses Götterpaar ein Zuhause. Ob sie sich zu Hause fühlen? Ich werde eine kleine Einführung zu den Kompositionen geben.

22. November 2014, 19:00 Uhr,
TAM, Tokio Art Museum, 1-24-1 Sengawa, Chofu city
Tsunehito Tsuchihashi, Gitarre

 

 


Ihre Träume werden nun wahr

Die Schüler der Kiyoku Grundschule können es kaum glauben: ihre Träume werden vertont und erklingen in einem riesengroßen Saal. Noch aufgeregter als die Schüler sind aber auch die Lehrer. Sie haben mitgestaltet und mir sehr viel geholfen. Die Schule bereitet einen großen Auftritt für ihre eigene Oper vor.

Die Partitur habe ich nach den Fähigkeiten der Kinder passend geschrieben. Die Geschichten der Oper stammen aus den (Alp-)Träume der Kinder. Sie basteln die Bühnenrequisiten, spielen als Opernorchester, singen als Opernchor und tanzen. Es gibt sogar Solosänger!! Endlich werden ihre Träume auf der Bühne zu sehen und zu hören sein. Bravo!! für die Kinder der Kiyoku-Grundschule!!!

28. November 2014, 14:00 Uhr,
Kuki-Kulturhaus im großen Saal
Regie:Norio Baba
Dirigat:Kosei Miwa
Soli, Chor, Orchester, Tanz und Bühnenbild :
Schüler der Kiyoku Grundschule 3. bis 6. Klasse
Kostüm:Kenzo Takada
Dauer:45 Minuten


Das Meer in Fukushima bleibt nicht stehen
Foto:  Asacyan | lizensiert unter CC BY-SA 3.0

Das Landesjugendensemble Neue Musik (LJENM) gedeiht weiter, und auch „Das Meer“, welches ich extra für das Ensemble geschrieben habe, bleibt nicht stehen. Die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Gerhard Scherer ist lang und oft nicht einfach, aber er beschert mir immer wieder eine Überraschung: aus dem Unmöglichen wird das Mögliche. Die jungen Musiker des Ensembles sind mutig und sehr begabt. Solange das verseuchte Wasser ins Meer von Fukushima fließt, soll „Das Meer“ weiter erklingen.

18. Oktober 2014, 20:00 Uhr
Tischlerei der Deutsche Oper Berlin, Bismarckstr. 35, 10627-Berlin

30. Oktober 2014
Grandhotel Ahrenshoop, Schifferberg 24 Ahrenshoop, 18347 Ostseebad

8. November 2014, 18:00 Uhr
Sophiensäle, im Rahmen der Klangwerkstatt Festival für Neue Musik,
Sophienstr. 18, 10178 Berlin

Landesjugendensemble Neue Musik
Dirigent: Gerhard Scherer, Sopran: Karina Repova


Was träumen japanische Kinder?
Foto:  Okada

Das Kinderoper-Projekt „Traumspiel“ hat Anfang September an der Kiyoku-Grundschule begonnen. Die Schule ist in Kiku City, eine Stunde Zugfahrt von Tokio. Dort findet man ab und zu Reisfelder zwischen kleinen Häusern. „Traumspiel“ wurde zuerst vor drei Jahre an der Jens Nydahl Grundschule in Kreuzberg aufgeführt. Die Träume stammten von den Schülern. Dieses Mal habe ich die Träume der japanischen Kindern gesammelt. Es sind lustige Träume, aber auch viele Alpträume.

132 Schüler lernen mit mir zu improvisieren und zu experimentieren. Ich sehe meine Aufgabe darin, sowohl die Schüler als auch die Lehrer dazu zu bringen sich zu öffnen und von dem Geist der experimentellen Musik begeistern zu lassen. Es sind noch zweieinhalb Monate Zeit bis zur Aufführung. Ich werde weiter berichten...


Britten, Kreuzberger Kids und LJENM

In der Radiosendung mit dem Titel „Komponieren für Kinder und Jugendliche“ wurden meine jüngsten Kompositionen „Auf der Brücke“ und „Das Meer“ gesendet. Der Verfasser der Sendung, Matthias Nöther, stellte die Musik für Kreuzberger Kinder gleichwertig mit der Musik von Britten und Maxwell Davis vor. Die Schüler an der Jens Nydahl Grundschule in Kreuzberg sind einfach großartig.

Das Landesjugendensemble Neue Musik (LJENM) hat sich bemüht die komplizierten Noten unter die Lupe zu nehmen. Die 19 jährige Sängerin, Karina Repova, war einfach wunderbar. Wahrscheinlich hat auch Britten ein Gespür dafür gehabt, wie dankbar junge Menschen sind.

Ausschnitt aus der Sendung "JetztMusik" im SWR 2
vom 15. September 2014, 23:05 Uhr

 

 

Titel: Pädagogik, Avantgarde oder beides? - Komponieren für Kinder
Autor: Matthias Nöther
Zur Sendungsseite des SWR 2


Oh wie wohl ist mir am Abend, wenn auf dem Mondsee
die Glocken läuten ...
Auryn Quartett | Foto:  Thorsten Krienke  
lizensiert unter CC BY-SA 2.0

 
 
Sarah-Luise Traubel

Zu dem traditionsreichen Festival „Musiktage Mondsee“ bin ich als Composer in Residence eingeladen. Unter dem Motto „Johannes Brahms, Weggefährten und Widersacher“ werden vier Werke von mir aufgeführt.

Besonders freue ich mich, dass das erste Streichquartett „Glockenläuten“ durch das Auryn Quartett uraufgeführt wird. Dem Stück liegt das Volkslied „Oh wie wohl ist mir am Abend, wenn zur Ruh die Glocken läuten“ zu Grunde.

Bei der Uraufführung jedoch werde ich nicht zur Ruhe kommen, wenn das Auryn Quartett die Glocken läuten lässt. Mein Herz wird vor Spannung (Erwartung) sehr unruhig sein.

30. August 2014,  19:30 Uhr, Festliche Eröffnung, Schloss Mondsee
Sanriku Lieder für Sopran und Streichquartett
Sarah-Luise Traubel, Sopran
Ernst Weissensteiner, Kontrabass
Auryn Quartett

2. September 2014,  19:30 Uhr, „Liebesleid“, Schloss Mondsee
Cellosonate
 und Repeating Illusions für Violoncello und Klavier
Wen-Sinn Yang, Violincello
Henri Sigfridsson, Klavier

5. September 2014, 17:00 Uhr,
Komponistenportrait Mayako Kubo, Schloss Mondsee

5. September 2014, 19:30 Uhr,
„Brahms the progressive“, Schloss Mondsee

Erstes Streichquartett „Glockenläuten“,
Auftragswerk der Musiktage Mondsee, Uraufführung

Auryn Quartett


祭り- Matsuri
Bärmann Trio:
Sven van der Kuip (Klarinette),
Ulrich Büsing (Klarinette),
John Noel Attard (Klavier)
 

Fest heißt auf japanisch Matsuri. Besonders das Sommerfest, Natsu-Matsuri ähnelt dem hiesigen Karneval. Das Stück „Matsuri“ illustriert das kollektive Lärmen beim Awa-Odori. Awa-Odori ist einer der vielen leidenschaftlichen Sommertänze in Shikoku. Die Menschen tanzen nach einfachem zweiviertel Rhythmus bei einer Lautstärke von 100 dB vier Tage und Nächte lang bis zum Umfallen. Alle Strassen verwandeln sich in endlose gigantische Diskotheken.

Das magische Phänomen des Massentanzens ist mir ein Rätsel. Ich muss wahrscheinlich lernen mich loszulassen, um frei tanzen zu können. In dem Stück habe ich entsprechend versucht, auch beim Komponieren loszulassen. Das vom Bärmann Trio vorgetragene Stück wird nun in Frankfurt uraufgeführt. Ich bin ganz gespannt. Wie wird das Publikum reagieren? Vielleicht beginnt man zu tanzen?

19. Juli 2014, 18:00 Uhr, Uraufführung
Japanisches Kulturzentrum Frankfurt
Rossmarkt 13, 60311 Frankfurt am Main
http://www.japanisch-kulturzentrum.de/

20. Juli 2014, 18:00 Uhr,
Ev. Gemeindehaus, Kirchgasse 1, Niestetal-Sandershausen
http://bit.ly/1tgGGQi


Ziemlich beste Nachbarn in Neukölln

Die Textdichterinnen der Neuköllner Haikus leben alle in Neukölln. Als wir Künstler aus dem Grauwackeweg vor drei Jahre unsere Sammlung begannen, fanden wir erstaunlich interessante, lebensnahe Haikus. Zum Beispiel "endlich Picknickzeit! Auf sommerwarmem Rasen dampft Hundekot" (Eva Horn).

Ulrike Sowodniok, eine Stimmzauberin, wird sieben Haikus vortragen und wir reden über die grenzenlosen Möglichkeiten des Singens und Komponierens im 21. Jhd.

Gesprächskonzert mit Ulrike Sowodniok - Gesang, Performance
und Mayako Kubo,  Moderation: Dr. Adelheid Krause-Pichler

09. Juli 2014, 19:30 Uhr,
GEDOK GALERIE Berlin, Motzstraße 59, 10777 Berlin-Schöneberg


Bevor der Turm von Pisa zusammenfällt...

Wenn man über eine Sache tausend Mal gehört hat, dann malt man sich darüber ein eigenes Bild. Zum Beispiel Turm von Pisa. Davon habe ich Fotos gesehen und oft darüber gehört. Als ich endlich vor dem Turm stand, dachte ich mir nichts über die großartige Architektur, sondern über den Unterschied zwischen meinem Turm im Kopf und dem wirklichen Turm vor meinen Augen. So entstand das Stück „Versuch über den Turm von Pisa mit einem Nachspiel“ für zwei Gitarren.

Das junge Hamburger Gitarrenduo, Duo Cordinha, will den Turm besteigen, bevor der Turm zusammenfällt.

Versuch über den Turm von Pisa mit einem Nachspiel

24. Juni 2014, 20:00 Uhr,
Fanny-Hensel-Saal der Hochschule für Musik und Theater
Harvestehuderweg 12,  20148 Hamburg

Duo Cordinha, Veronika Grütter und Jochen Brückner


Auf der Admiralbrücke
Foto:  Andreas Schild
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Auf der Brücke:

Mit meiner Freundin Christine Meyke arbeite ich jedes Jahr künstlerisch mit Kindern der Jens-Nydahl-Grundschule. Es ist eine aufregende und dankbare Arbeit. Auf der Admiralbrücke treffen sich die Kinder vom Kottbusser Kiez mit den Kindern der Bürgermeister-Herz-Grundschule vom Graefe Kiez. Beim Namenspiel, einer speziellen Komposition von mir, stellen sie sich vor und singen gemeinsam: Die Erde ist voll von Menschen. Der international bekannte Mode-Designer KENZO hat für diese Aufführung ein Design entworfen, das als Bühnenkostüm verwendet werden soll.

Meine Arbeit als Brückenbauerin beschränkt sich nicht auf den Berliner Landwehrkanal, sondern schlägt auch einen Bogen nach Übersee. Die von Kerstin Wiehe initiierte Idee des experimentellen Komponierens in der Schule wird zum ersten Mal in der Kiyoku-Grundschule in Japan praktiziert. Ab September 2014 werde ich für drei Monate mit den japanischen Kindern arbeiten. Ich hoffe, dass man in der näheren Zukunft auf der Admiralbrücke den Gesang von Kindern aus Berlin und Japan hören kann.

„Auf der Brücke“

19. Juni 2014, 14:00 Uhr, Admiralbrücke, Berlin Kreuzberg
Schüler der Jens-Nydahl-Grundschule und der Bürgermeister-Herz-Grundschule
Bei schlechtem Wetter in der Schule: Kohlfurterstr. 20, 10999 Berlin

Wiederholung :
23. Juni 2014, 18 Uhr Heilig-Kreuz-Kirche, Zossenerstr.65, Berlin Kreuzberg


Hörbeispiel: Epitaph für RHR

gespielt von Wiener Ensemble Collage
Aufnahme ORF
 


8 Jahre Wiener Luft
© Universal Edition

Wenn man 8 Jahre lang Wiener Luft atmet, kann man sich fast als Wiener fühlen. Ob meine Werke wienerisch klingen, kann ich nicht beurteilen. Ich liebe aber die leicht daherkommende Wiener Schwermut.

Mein Lehrer, Roman Haubenstock-Ramati ist für mich wie ein Ziehvater. Unser Kompositionsunterricht fand oft im Kaffee Schwarzenberg statt, wo die leichte Wiener Schwermut schwebte. Er lehrte mich, wie wichtig Musik ist und sagte mir, ich soll geduldig weiter komponieren, weiter! geduldig! Vor 20 Jahren ist er gestorben.

Nun gestalten wir ein Konzert und einen runden Tisch für Roman.

„Epitaph für RHR“ Uraufführung
17. Juni 2014, 17:00 Uhr Runder Tisch, 19:30 Uhr Konzert

Arnold Schönberg Center, Schwarzenbergplatz 6, 1060 Wien
Wiener Ensemble Collage, Rene Staar, Dir., Johannes Fleischmann, Vl., Rafal Zalech, Vla., Roland Schüler, Vc.,
Alfred Melichar, Akk.
www.schoenberg.at


Ruf und Tränen: Einladung zur Buchpromotion von
Erich Fried: Izanagi und Izanami

Ein spannendes kleines Fundstück aus den Schatzkisten der Literaturarchive hat meine Freundin Christine Ivanovic soeben veröffentlicht: in dem Buch „Izanagi und Izanami“ findet man nun eine höchst eigenartige Fassung des uralten japanischen Mythos, aus dem der aus Österreich stammende Autor Erich Fried Ende der fünfziger Jahre in London ein bewegendes Hörspiel gebastelt hat.
Nach seiner Erstsendung im März 1960 ist das Stück fast völlig vergessen worden, bis es durch Zufall wieder ans Tageslicht kam. Jahrelang hat Christine Ivanovic die Quellen und die Bruchstücke der Geschichte seiner Entstehung rekonstruiert und mir so lange davon erzählt, bis auch ich Feuer gefangen hatte.

2006 entstanden daraus meine beiden Kompositionen für Solo Gitarre, "Izanagis Ruf" und "Izanamis Tränen", die nun bei der Buchvorstellung an der Universität Wien erklingen werden. David Czifer und Max Mayerhofer werden Ausschnitte aus dem Text lesen,  und Yorgos Pervolarakis wird auf der Gitarre Izanagi und Izanami zauberhaft zusammenbringen.

Am 16. Juni 2014 20 Uhr im Institut für Japanologie der Universität Wien.

Erich Fried „Izanagi und Izanami“, aus dem Nachlass herausgegeben von Christine Ivanovic,
IUDICIUM Verlag München 2014application/pdf icon Izanagi-und-Izanami.pdf


Wer ist Elser?
Foto:  Hitomi Uchikura

Wer ist Elser? Erstaunlicherweise ist Georg Elser nicht nur Fremden sondern auch Deutschen kaum bekannt. Die bildende Künstlerin Ade Frey erzählte mir, dass sie in Königsbronn, der Heimat Elsers, aufgewachsen ist. Ade nimmt seine Geschichte in ihrer Installation auf und ich werde ein Teil der Installation sein.

Kann ich ein Elser sein? Ob ich solchen Mut hätte wie er? Ich werde mit einem Hammer und einer Zither nach Elser rufen.

„Elser! Elser!“ für Stein, Hammer und Zither

05. Juni 2014 19:30
GEDOK-Galerie, Motzstr.59,
10777 Berlin-Schöneberg

Installation: Ade Frey, Performance: Mayako Kubo
Flyer: application/pdf icon Grenzen.pdf

 


Das Meer bei Fukushima

Musik nach Fukushima zu schreiben, ist nicht möglich. Die Opfer kann keine Musik trösten. Und was kann ich unternehmen? Wenn Unmengen kontaminierten Wassers immer noch Tag für Tag ins Meer fließen. Das Meer ist verseucht. Die Erde ist verseucht.

„Das Meer“, ein Auftragswerk des Landesmusikrates Berlin, habe ich für das Landesjugendensemble Neue Musik Berlin geschrieben. Es ist meine Art, Wut auszudrücken, wobei die Musik nicht das wiedergeben kann, was geschah. Musik bleibt Musik.


Das junge Ensemble steht vor der Herausforderung, die komplizierten Rhythmen und Klänge zu erzeugen. Die Sängerin muss ungewöhnliche Intervallsprünge bewältigen. Auch ich geriet bei den Proben ins Schwitzen. Aber die Zusammenarbeit ist wunderbar.

17. Mai 2014 20: 00
Konzerthaus Berlin, Otto Werner Saal
„Das Meer“ Text nach Gioseppe Ungaretti / Ingeborg Bachmann Uraufführung
Landesjugendensemble Neue Musik Berlin
Leitung: Gerhard Scherer, Sopran: Karina Repova, Chor: Neuer Chor Berlin, Einstudierung: Maike Bühle http://www.landesmusikrat-berlin.de


Die Furcht vor der Klarinette
Foto:  Tim Swinsonhttp://timswinson.com
lizensiert unter CC BY 2.0

Die Klarinette ist ein Instrument, dem ich stets aus dem Weg gegangen bin. Warum? Ist es der Klang? Oder die Spieltechnik? Gitarre, Geige und Flöte sind mir vertrauter. Um diese Angst zu überwinden, habe ich mich in der letzten Zeit mit der Klarinette auseinandergesetzt. „Matsuri“ ist eine Arbeit für das Bärmann- Klarinetten Trio.

Die UA wird im Juli stattfinden. Außerdem wird „Memoria Perpetua V-b“ für Klarinettentrio durch das „Carte Blanche Trio“ im Mai uraufgeführt. Dies bedeutet nicht, dass ich der Klarinette jetzt angstfrei begegnen kann.

Memoria Perpetua V-b für Klarinette in Es, Klarinette in B, Baßklarinette UA
23. Mai 2014 20:00, Teminitzkirche in Netzband
Klarinetten Festival Carte Blanche
Klarinette: Sabina Matthus-Bébié, Andrea Nagy, Thea Nabicht
http://www.amt-temnitz.de

 
Starke Frauen mit feinem Fingerspitzengefühl
Foto:  Heinrich-Böll-Stiftung
lizensiert unter CC BY-SA 2.0

Mein Klavierstück „Berlinisches Tagebuch“ gehört schon lange zu dem Konzertrepertoire von Agnes KrumwiedeOb auch ich zu den starken Frauen gehöre, kann ich nicht sagen. Agnes ist eine.

Ihre zarten (feinen) Finger gleiten schnell und geschmeidig über die Tastatur, so dass man beim Zuhören vergisst, dass Agnes gleichzeitig eine Politikerin ist.

5. März 2014, 19:30 Uhr
Dehnberger Hoftheater
Dehnberg 14, 91207 Dehnberg

Link: www.benedikt-bisping.de

8. März 2014, 19:30 Uhr
Konzertsaal der Musikschule Schweinfurt

Link: www.mainpost.de

 


Izanagis Wanderschaft

Nach dem fantastischen Konzert in Wien ging Izanagi ohne Izanami auf die Wanderschaft nach Salzburg.

Yorgos Pervolarakis begeisterte das Publikum durch sein intensives Spielen von „Izanagis Ruf“.
 
10. März 2014, 20:00 Uhr
Universität Mozarteum
Mirabellplatz 1, Salzburg
 


Wohin mit intellektueller Versponnenheit?
Noten: Verlag Neue Musik, NM 1263

CD: Kreuzbergrecords, kr 10112

Das Trio „Ku“ (Vl., Git., Klav.) besteht aus drei japanischen Musikern, die alle in Berlin studiert haben. Hier ist eine kurze Fassung der Rezension über die CD-Aufnahme von “Wohin?“, über die ich mich sehr gefreut habe:

"Wassermühle und das Mädchen. Sie sind verführerisch. Man möchte sie haben. Hat der Junge nach dem Warum gefragt? Unser Leben läuft wie eine Wassermühle; rastloses Streben. Wohin führt es?“

"Die in Berlin lebende japanische Komponistin schuf dieses extreme und leidenschaftliche Werk anlässlich des 65. Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. Kubos Musik hat immer einen Ausgangspunkt, der sie selbst stark betrifft; intellektuelle Versponnenheit schätzt sie nicht. Das spürt man auch in diesem packenden Stück, das einen mit den ersten Tönen in seinen Bann zieht und noch lange nach dem abrupten Schluss verfolgt. Schuberts „Wohin?“ liegt dem Werk zugrunde und zieht sich in abstrakten Verfremdungen durch die Takte." 
Manuel Rösler, Ensemble 1-2014

 


Izanagi meets Izanami in Wien
Foto: Markus Lackinger | www.jazzfoto.at

Endlich kommen Izanagi und Izanami zusammen, allerdings in Wien. Während seines Londoner Exils stieß Erich Fried auf die mythische Geschichte vom Ursprung Japans, welche ihn faszinierte: Das göttliche Geschwisterpaar Izanagi und Izanami soll einstmals über eine schwebende Brücke vom Himmel herabgestiegen sein und in liebender Vereinigung nach und nach die Inseln und die Götter Japans hervorgebracht haben, bis Izanami an der Geburt des Feuergottes zugrunde geht. Voller Trauer begibt sich daraufhin ihr Gemahl Izanagi in die Unterwelt, um die verlorene Geliebte zurückzugewinnen....
Der Gitarrist Yorgos Pervolarakis spielt Izanamis Tränen und Izanagis Ruf,  die auf der Basis von Frieds Text entstanden sind. 

Do, 20. Feb., 19 Uhr
Theatermuseum Wien
Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien
 


Lieber Künstler, zeichne mir! 
- Kippenberg/Semjon -

Wenn ich gefragt werde, ob ein Notenblatt auch als Zeichnung angesehen werden kann, sage ich: Nein! Musik ist immer Musik, ob sie im Raum oder im Kopf erklingt. In der Galerie Semjon werden zwei musikalische Blätter für John Cage zur Schau gestellt. Ich werde mich freuen, wenn Besucher beim Betrachten C -Dur, A -Moll, -Dur und -Dur Dreiklänge heraushören. 

Die Galerie Semjon verwandelt sich in ein Zeichnungsaquarium mit über 60 Zeichnungen und Notenblättern.
 

Vernissage: am 1. Feb. 2014, um 19:00, Galerie Semjon
Schröderstr. 1, 10115 Berlin
Ausstellung: vom 1. Februar bis zum 8. März 2014


Klänge der Berliner Mauer
Foto: Sandra Setzkorn

Ich freue mich sehr, ein Konzert des “Atonale“ in der Werkstatt der Staatsoper ankündigen zu dürfen. Die Kollegen des Atonale komponieren mal tonal und mal atonal. Zuhörer werden 11 Stücke von 11 Berliner Komponisten in sehr verschiedenen Stilen erleben.
Mein Beitrag ist die Mauerfragmente. Wie klingen sie nach 20 Jahren? Die Spuren der Mauer sind inzwischen zum großen Teil verschwunden. In meiner Musik werden sie, so hoffe ich, für immer mitschwingen. Gleichzeitig wird es eine historische Aufführung, wenn das Modern Art Sextett das Stück aufführt, da ich es vor 20 Jahren für das Ensemble komponiert habe.

Was ist Atonale e. V.?
In dieser Vereinigung haben sich 2009 namhafte Berliner Komponisten zeitgenössischer Musik zusammengeschlossen, die allesamt auch in Einzelprojekten maßgeblich die aktuelle Berliner Musikszene mitgestalten. In diesem Konzert stellen sich die Mitglieder mit Werken vor, deren Entstehungszeiten schwerpunktmäßig in den letzten Jahren liegen und die damit auch einen repräsentativen Querschnitt des derzeitigen Berliner Musikschaffens zeigen.  

Freitag den 10. Januar 2014, 20:00 Uhr
Staatsoper im Schillertheater / Werkstatt
Bismarckstr. 110, Berlin 10625
Modern Art Ensemble mit Christine Paté und Franka Herweg
Eintrittskarten an der Abendkasse oder unter http://www.staatsoper-berlin.org/de_DE/onlinetickets: 15 / 10 Euro 
Flyer: application/pdf iconFlyer-Atonale.pdf


YACOB in der Zeit des Schneesturms

Was möchte man bei einem Weihnachtskonzert hören? Händel, Bach, oder Jingle Bells? Andererseits können wir die Weihnachtszeit auch ein wenig zum Nachsinnen nutzen.

Wir führen von Ewelina Nowicka Kaddish 1944 auf. Ein Brief ihrer Großmutter, in dem sie ihr Leben im Ghetto schilderte, inspirierte sie. Dann meine Sanriku-Lieder für Tsunami Opfer und Simple Symphony für Streichorchester von Benjamin Britten. 

Selbstverständlich habe ich als Zugabe einige Weihnachtslieder zum Mitsingen für unsere Freunde und YACOB vorbereitet.

20. Dezember 2013, 19:30 JDZB (Japanisch- Deutsches Zentrum )
Saargemünderstr.2, 14195 Berlin (U3 Osker- Helene- Heim)
Dirigent :Yosuke Funabashi, 
Solisten: SunYung Hwang, Violine, Sara Gouzy, Sopran
 

Flyer: application/pdf iconYACOB_Einladung.pdf

 


C-A-G-E

Die vier Buchstaben C-A-G-E klingen als Akkorde horizontal und vertikal zusammen. So entstand mein Geburtstagsgeschenk für John Cage. Ich bin ganz neugierig, was die anderen 124 Komponisten aus aller Welt für ihn geschrieben haben.

Donnerstag, 17. Oktober, New York Miller Theatre
Cage 100 Festival Party Pieces by 125 composers
Richard Carrick und Ensemble Either/Or
www.cage100.com
 


Japan Premiere nicht leicht gemacht

Seit Langem arbeite ich schon mit Eiko Morikawa zusammen. Sie sang Masago in meiner Oper „Rashomon“ in Tokio, die uns einen triumphalen Erfolg bescherte.
Nun singt sie den Lieder Zyklus „Das leichte Gesetz“, welches gar nicht leicht ist, vor allem für den Pianisten.

Axel Bauni wird Eiko meisterhaft am Klavier begleiten.

Dienstag, 5. November 2013, 19:00
Europa-Saal des Goethe-Instituts Tokyo

Goethe Institut Toyko

 

 


Japanische Tänze in Neukölln

Nach der erfolgreichen Uraufführung meines Klavierstückes zu vier Händen „Fünf Japanische Tänze“ tanzen die Schüler der Musikschule Paul Hindemith Neukölln nun zu der Musik auf der Bühne. Sie tragen teilweise Kimonos.


Marieke Rügert wird choreographieren. Sie war auch die Regisseurin meiner Oper „Spinnfaden“. Wolfgang Panwitz und ich begleiten live auf dem Klavier.

 

Sonntag, 15. September 2013, 11:00 Uhr,

Gutshof Schloss Britz Kulturstall
 

 

 


Freiheit in weiter Ferne?

Am Montag den 02.09.2013 moderierte Kristin Amme eine Sendung mit dem Titel  “Wenn Komponisten Ihr Glück im Ausland suchen”  im BR-KLASSIK Radio.


Nach der Frage: "Was treibt kreative Musikerinnen dazu, ihre alte Heimat hinter sich zu lassen?" antworte ich “Deutschland ist ein Land für Künstler und für Neue Musik." Während der Sendung wurden die beiden Musikbeispiele “Fremde Nähe II” für Koto, koreanische Gongs und Streichtrio und “Meeresstille” aus  “Sanriku-Lieder” gesendet.

 

BR-Klassik: Horizonte - Freiheit in weiter Ferne?
 


Repeating Illusions

Wie oft habe ich Glück im Leben? : selten!
Wie oft mache ich die gleichen Fehler in meinem Leben? : sehr oft!
Ich versuche niemals den gleichen Fehler zweimal zu machen. Aber das ist eine Illusion.
Gibt es sich wiederholende Illusionen oder wiederhole ich die Illusionen?
Oder habe ich eine Illusion, als ob sich etwas wiederholt?

Aus diesem Gedankenspiel ist das Stück „Repeating Illusions“ für Violoncello und Klavier entstanden. Vielleicht ist es nur eine Wiederholung schon existierender Kompositionen oder vielleicht die Illusion eines neuen Stückes?

Sonntag, 25. August, 17:00 Uhr  
Mendelssohn Remise
Jägerstr. 51, 10117 Berlin

Ehrengard von Gemmingen (Violoncello) und Yuko Tomeda (Klavier) werden das Stück uraufführen.

Flyer: application/pdf iconsonntagsmusik_GEDOK.pdf

Vier Dichterinnen / vier Gesetze der Natur im Mai

Vier Frauen haben den schönen Mai beschrieben. Wie unterschiedlich ihre Bildersprachen sind, wird durch die jeweilige Musik verdeutlicht.

Die Texte:
„In den See des Vergessens“ von Ulrike Prasse
„Das leichte Gesetz“ von Marina Zwetajewa
„Einen wunderschönen Frühling wünsche ich Ihnen!“ von Caroline Pinger
„Der Fuchs und das Mädchen“ von Synke Köhler. 
 

Dienstag, 2. Juli, 19:30 Uhr

Schwartzsche Villa
Grunewaldstraße 55
12165 Berlin-Steglitz

Martin Schneuing begleitet die wunderbare französische Sängerin Sara Gouzy am Klavier.
 


Atelier neuer Musik - Portraitsendung im Deutschlandfunk

Am 29. Juni 2013 um 22:05 Uhr wird Frau Irene Constantin unter dem Motto Oper ist die Königsdisziplin” meine Arbeit im Deutschlandfunk vorstellen.

"Ich gehöre nicht ganz zur Szene der Neuen Musik" sagt Mayako Kubo und schildert ihre Vorliebe für die Oper, die spannend sein müsse und bei der es ruhig leidenschaftlich zugehen könne, beinahe wie im Stadion.

Kubos Musik hat immer einen Ausgangspunkt, der sie selbst stark betrifft; intellektuelle Versponnenheiten schätzt sie nicht..... Das Komponieren steht in ihrer Arbeit weit im Vordergrund, aber ihr Kammerorchester aus jungen asiatischen Musikern und die Arbeit mit Schülern sind für sie kaum weniger wichtig.


Oh du Plötzlicher!

Im Leben und auch während des Komponierens geschieht oft Unerwartetes. Die Aufgabe ist, sich des plötzlichen Geschehens zu bemächtigen. In raren Momenten kann man es auch genießen.

Es ist ausgesprochen spannend, wie sich das Klavier Duo „The Lontano“, Noritaka Ito und Nozomu Takahashi mit plötzlichem Geschehen auseinandersetzt.
Am 23. Juni um 15:00 Uhr in Myosenji in Hiroshima und am 29. Juni um 15:00 Uhr in der Yanaka-Hall in Tokio. Einführung durch Takuo Ikeda.
 


Herbstfrau im Mai

Herbstfrau für Sopran und Cello wird am 26. Mai um 17 Uhr in der St. Annen Kirche, Berlin Zepernick aufgeführt.

Die Sängerin, Irene Kurka, bekannt als hervorragende Interpretin Neuer Musik, gründete mit ihrem Cellisten, Burkart Zeller das “Ensemble Socell 21“. In der Herbstfrau sind drei Gedichte von Ulrike Prasse und ein Gedicht von Meiko Matsudaira vertont. Diese vier Gedichte stellen das innere Leben einer Frau in vier Jahreszeiten dar.


Lübecker Nachrichten berichten über  „Sairiku Lieder“

In der gotischen St. Jakobi-Kirche in Lübeck wurde ein Gedenkkonzert an die Tsunami- und Erdbebenopfer von vor zwei Jahren abgehalten.

Trotz der eisigen Kälte hatte ich mit den Zuhörern ein ergreifendes Konzert miterlebt. Hier ist eine Zeitungskritik der Lübecker Nachrichten:

application/pdf iconLübecker Nachrichten 23. März 2013.pdf


Uraufführung: Klavierstück zu vier Händen

Fünf japanische Tänze für Klavier zu vier Händen spiele ich mit Wolfgang Panwitz am 5. Mai 2013 im Rahmen des Festivals Neue Musik - Originaltöne in der Genezareth Kirche:

Herrfurthplatz 14, 12049 Berlin um 17:00 Uhr.

Wolfgang Panwitz ist ein strenger Klavierpädagoge... siehe bitte die Karikatur. Bei den Proben muss ich sehr genau auf den Rhythmus achten, aber das Zusammenspiel bereitet mir viel Freude.

 

 

 

 


Meine erste d-Moll Komposition

Dies ist mein erstes Abenteuer d-Moll Musik zu schreiben. Das Stück wird am 18. Mai 2013 in Nagoya realisiert.

Shoji Nakagawa wird meine Grüne Chaconne auf seiner kostbaren Barocklaute uraufführen.

In der Grüne Chaconne wird die Farbe des Waldes von Ise-Schrein, er liegt in der Nähe von Nagoya, mit der Farbe des Liedes „Mit dem grünen Lautenbande“ von Franz Schubert gemischt.

Webseite von Shoji Nakagawa: nakagawashoji.fc2web.com


 

 

 


Neugier ist die Mutter der experimentellen Musik -
talentierte Kinder in Berlin-Kreuzberg

Zu Zeit arbeite ich mit den Schülern der Jens-Nydahl-Grundschule an einer kollektiven und experimentellen Komposition. Die Kinder sind überraschend musikalisch und neugierig. Drei mutige Studenten der Universität der Künste machen auch mit.

Wir zeigen unsere Zusammenarbeit im Rahmen des QuerKlang - Nachhall im Exploratorium, Mehringdamm 55, 10961 Berlin-Kreuzberg am 29. April 2013 um 18:00 Uhr.

Flyer zum Download: application/pdf iconflyer-nachhall.pdf
 

Neue CD von Miscelanea Guitar Quartet

Atem Pause-CD  ist nun in zweiter Auflage erschienen: ARSIS 4235. Das Stück ist seit längerem Bestandteil des Miscelanea Quartett  Repertoires.

Auf You Tube kann man die Einspielung des Miscelanea Quartetts miterleben:

 
Werkstattgespräche in Berlin – Titel / Texte / Töne

"Vieles wird dem Hörer bewusst, was er bisher nicht bedacht oder vernommen hat" nmz

Im März gab es ein Werkstattgespräch, moderiert von Dr. Adelheid Krause-Pichler und ich sprach über meine Arbeit unter dem Motto „Titel / Texte / Töne“.

Hier ist ein Bericht aus der "Neue Musikzeitschrift":

 
Neue CD

Mein Trio Wohin? für Violine, Gitarre und Klavier, das durch den Jahrestag des Abwurfs der Atombombe auf Hiroshima angeregt und dort auch uraufgeführt wurde, ist nun zwei weitere Male  in Japan gespielt worden. Ende August hat das Ensemble KU das Stück in Kobe und in Kagoshima präsentiert - in hoch konzentriertem und virtuosem Vortrag.

 

 

 

Dieses Werk haben die drei Musiker unlängst auch für das Label Kreuzberg Records eingespielt, zusammen mit Werken von Gabriel Irany, Daisuke Terauchi und Helmut Zapf. Die CD (kr 10112) ist Ende 2012 herausgekommen; die Partitur ist im Verlag Neue Musik erschienen.

Im Anschluss plant Gaku Yamada dann noch ein Soloalbum mit meinen Gitarrenstücken. Am 11. Januar 2013 hat er mein Werk Schiffbruch in Tokio gespielt, in der wunderschönen Suginami-Halle, die für ihre Akustik berühmt ist.

 

 


Hörbeispiel „Wohin?“

Interpret: Ensemble KU 
2011
 


Vortragstournee

In letzter Zeit habe ich nicht nur Noten geschrieben, sondern auch mehrfach über Noten gesprochen. In der Schwartz‘schen Villa in Berlin-Steglitz stand das Thema „Inspiration“ im Mittelpunkt. Ende Januar habe ich dann im Wiener Arnold-Schönberg-Center einige meiner Werke vorgestellt. Anfang Februar folgte eine Diskussion über John Cage in der Kritikfabrik in Graz.

Am 14. Februar 2013 dreht sich dann in Tokio alles um das Thema Kinderoper. Im Austausch mit japanischen Kulturmachern werde ich von meinen Erfahrungen aus den letzten Jahren berichten, unter anderem mit den Werken Der Spinnfaden und Traumspiel sowie mit dem Berliner Initiative Querklang, die experimentelles Komponieren in der Schule fördert.

Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr im National Olympics Memorial Youth Center.

Parallelität der Ereignisse -
Ereignis der Parallelität

Die Pianistin Yoriko Ikeya und die Harfenistin Katherina Hanstedt haben unlängst meine Studie über Parallele mehrmals aufgeführt. Das Stück, ein virtuoser Wettstreit zweier Saiteninstrumente, entstand 2010. Anbei eine Kostprobe aus dem Konzert im November in Zepernick. - Es freut mich sehr, dass Yoriko Ikeya, eine Virtuosin der modernen Musik, sich immer wieder für meine Werke einsetzt. Sie hat damals auch als erste mein Berlinisches Tagebuch von 1990 eingespielt (CD CTH 2244).

 


Hörbeispiel: Studie über Parallelen
 

Yoriko Ikeya, Klavier;  Katherina Hanstedt, Harfe
 

 

Achtung, Nachbeben!
Die drei Sanriku-Lieder für Sopran und Orchester sind im Sommer 2011 in Berlin uraufgeführt worden. Inspiriert wurden sie von einem Gedichtzyklus der Lyrikerin Meiko Matsudaira, den sie unter dem unmittelbaren Eindruck der Erdbebenkatastrophe in Japan geschrieben hat. Am 11. März 2013, dem Jahrestag des Unglücks, werden die Lieder am Kieler Theater erklingen und am 22. März am Lübecker Theater.
 

Nachbeben, ein neues Klavierwerknimmt  gleichfalls Bezug auf die Gedichte. Es wurde von Agnes Krumwiede in Auftrag gegeben und im Haus der Kulturen der Welt uraufgeführt. Im März hat Noritaka Ito dafür in Cambridge, Massachussetts stehende Ovationen erhalten. Im November 2012 hat er es in der Kunsthalle von Kanazawa erneut aufgeführt.

Im folgenden Video spiele ich einen Ausschnitt aus dem Stück.

 

 
Frischer Wind aus Asien
Die 25 Mitglieder von YACOB, dem Young Asian Chamber Orchestra Berlin, kommen aus Japan, Korea, China und Taiwan, fühlen sich aber durch ihre Ausbildung und ihre Engagements zugleich der europäischen Kultur verbunden. Das von mir mitbegründete Orchester spielte unter der Leitung von Ryuichiro Sonoda am 16. Juni im Saal der Evangelischen Brüdergemeine Berlin-Neukölln. Das Konzert knüpfte an die Einwanderung der Böhmen in Rixdorf an. Die nächsten Konzerte in Berlin sind bereits geplant: am 28., 29. und 30. Juni 2013.